WM
Ein Roter Teufel zum Schweigen gebracht
Belgiums letzter Gruppensieg gegen Neuseeland überzeugte endlich die internationale Presse davon, dass Roberto Martinez’ Team noch immer das nötige Rüstzeug besitzt, um bei der Weltmeisterschaft weiterzukommen. Das 5:1 am Freitagabend in Vancouver wurde von mehreren Medien als klare Botschaft gewertet.
Die niederländische Zeitung AD hob Belgiens unerbittliche Intensität ab dem Anpfiff hervor und stellte fest, dass die Roten Teufel Neuseeland mit Torschüssen, präzisen Flanken und konzentriertem Fußball überspielten. „Es war, als hätten sie nur eine halbe Stunde Zeit gehabt, um zehn Tore zu schießen“, schrieb das Blatt und unterstrich damit die deutliche Überlegenheit.
Die spanische Zeitung AS deutete den Sieg als eine Art Erlösungsgeschichte und verwies auf Belgiens Wandel von einer prekären Gruppenposition hin zum Gruppensieg. Die Zeitung verwies auf ein Schussverhältnis von 35:6 zugunsten Belgiens und hob besonders Jeremie Dokus Rückkehr in Form, die Schlüsselrolle von Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku sowie Leandros Trossards wertvolle Beiträge als entscheidende Faktoren hervor.
Die französische Tageszeitung L’Équipe lobte vor allem Trossard und bezeichnete ihn als Belgiens konstantesten Spieler im Turnierverlauf. Die Zeitung verwies auf seine entscheidenden Aktionen, darunter die Erzwingung eines später zurückgenommenen Elfmeters, einen Pfostentreffer und schließlich die Vorlage zum zweiten Tor, nachdem seine Mitspieler zuvor mehrere Chancen vergeben hatten. „Er hat alle Zweifler zum Schweigen gebracht“, schrieb L’Équipe.
Die deutsche Presse beschrieb Trossard als unaufhaltsam und verwies auf seine Beteiligung an fast jedem gefährlichen Angriff in der ersten Halbzeit. Das Blatt hob seine gefasste Abschlussaktion nach der Pause hervor, die das Spiel praktisch entschied, und bezeichnete seine Leistung als „unspielbar“.
Die italienische Zeitung La dello Sport stimmte in diesen Tenor ein und erklärte, dass Belgiens goldene Generation „noch nicht eingerostet“ sei. Die Zeitung betonte, dass der Sieg Belgien den Platz an der Westküste sicherte und damit ein Aufeinandertreffen mit Argentinien im Achtelfinale vermied. Zudem hob sie De Bruynes und Lukakus Tore als entscheidenden Unterschied in der Tordifferenz gegenüber Ägypten hervor.
Neuseelands Herald bedauerte die harte Realität eines Aufeinandertreffens mit einem europäischen Riesen und bezeichnete Belgiens 5:1 als vollauf verdient. Das Blatt würdigte Neuseelands widerstandsfähigen Start, verwies aber auf den späteren Zusammenbruch und deutete an, dass das Ergebnis noch deutlicher hätte ausfallen können.
Auch die belgischen Medien reflektierten die Bedeutung der Leistung. Der Chef-Fußballkorrespondent beschrieb das Spiel als klare Botschaft, warnte aber vor übertriebener Euphorie, da das Turnier unter neuem Nationaltrainer Rudi Garcia in eine neue Phase tritt.
Die internationale Anerkennung konzentrierte sich dabei fast ausschließlich auf einen Spieler: Leandro Trossard. Mehrere Medien lobten seinen allumfassenden Beitrag, von der Torvorbereitung bis zum eiskalten Abschluss, und hoben ihn als den entscheidenden Faktor hinter Belgiens Wiederaufstieg hervor.