Bundesliga
Volker Finke fordert ausländischen Trainer, weil er Klopp ablehnt
Im DFB-Hauptquartier, wo gerade über die Berufung von Jürgen Klopp zum Bundestrainer debattiert wurde, stand Volker Finke, die 78‑jährige Freiburger Trainerlegende, mit nachdenklichem Blick. Er erklärte, dass die Entscheidung ein „komisches Gefühl“ hervorrufe, weil keine alternativen Optionen geprüft wurden und die Auswahl einseitig war.
Viele Beobachter sahen die Wahl von Jürgen Klopp zum Bundestrainer als logische Entscheidung. Dennoch meldeten sich kritische Stimmen, allen voran Volker Finke, die einen anderen Weg bevorzugten. Ein Foto von Alex Grimm dokumentiert Finkes nachdrückliche Haltung.
Finke fordert Blick über Grenzen des deutschen Fußballs
Finke, der von 1991 bis 2007 den SC Freiburg trainierte, plädierte für einen Blick über die Grenzen des deutschen Fußballs hinaus. Er erklärte, er habe sogar DFB‑Geschäftsführer Andreas Rettig angerufen, als die Suche nach einem neuen Bundestrainer lief.
„Andreas, mach bitte ganz schnell. Guardiola ist frei. Es sind ausländische Trainer frei“, soll er Rettig gesagt haben. Damit wollte er deutlich machen, dass ein Coach aus dem Ausland sofort verfügbar sei.
„Jetzt können wir doch mal einen Trainer für den deutschen Fußball holen, der diese Ideen aus anderen Ländern und die Spielphilosophie mitbringt“, fuhr Finke fort. Er sah in einem ausländischen Trainer die Chance auf neue Impulse.
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Kritik an DFB-Entscheidung und Ausblick
Der DFB entschied sich letztlich für Jürgen Klopp, was bei Finke ein „komisches Gefühl“ auslöste. Der 78‑jährige kritisierte, dass nicht genügend unterschiedliche Möglichkeiten bedacht worden seien. Finke wollte bei der DFB‑Suche sogar einen anderen Weg einschlagen. Die Diskussion entstand nach der Entlassung von Julian Nagelsmann.
„Für mich ist es ein komisches Gefühl, dass man nicht unterschiedliche Möglichkeiten bedacht hat“, sagte er. Seiner Ansicht nach habe es „nur eine Richtung und keine anderen Überlegungen“ gegeben.
Gleichzeitig betonte Finke, dass er Klopp die Qualifikation keineswegs abspreche. „Ich finde, Klopp hat genug Erfolg gehabt, dass man das absolut rechtfertigen und absolut positiv sehen kann“, erklärte er.
Seine persönliche Präferenz liege bei einem ausländischen Trainer, insbesondere aus Spanien oder Frankreich. Vielleicht sei es an der Zeit, „einen Mittelmeer‑Trainer oder einen Trainer aus dem Ausland zu holen“.
Ob Finkes Zweifel durch den durchwachsenen Start von Jürgen Klopp bestätigt werden, bleibt offen. Nach dem 1:1 gegen die Niederlande folgte am Sonntagabend eine 0:1‑Niederlage gegen Griechenland.