VfL Bochum verbietet rhythmisches Springen im Ostkurve-Stadionbereich
Im Ruhrstadion, wo am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, um 13:30 Uhr das Heimspiel von VfL Bochum gegen Arminia Bielefeld ausgetragen wird, verhängt der Verein ein sprunghaftes Verbot für die Ostkurve. Die Maßnahme soll starke Schwingungen der Tribüne verhindern. Ein Ingenieurbericht hatte bereits die Gefahr eines sogenannten Trampolineffekts aufgezeigt.
Grund und Umfang des Verbots
Der Verein und die Bochumer Sportstätten Gesellschaft haben im Zuge der Stadionmodernisierung die Tragfähigkeit der Tribünen prüfen lassen, um den Anforderungen des deutschen Fußballs gerecht zu werden. Ein beauftragtes Ingenieurbüro stellte fest, dass bei bestimmten Zuschauerbewegungen, insbesondere rhythmischem Hüpfen, starke Schwingungen auftreten können, die einen Trampolineffekt auslösen.
Das Gutachten bestätigte, dass die Osttribüne zwar strukturell sicher ist, jedoch das synchronisierte Springen zu einem Unwohlsein‑Effekt führen könnte. Daher wird die Ostkurve künftig komplett als Stehplatzbereich genutzt, während in den Blöcken N2, O, P und Q das kollektive, rhythmische Hüpfen strikt verboten ist.
Das Verbot gilt nicht für Torjubel, sondern ausschließlich für choreografiertes Springen, das die Baukonstruktion belasten würde. Fans in den betroffenen Bereichen, die überwiegend aus sogenannten Hardcore‑Fans bestehen, sollen laut Verein nicht von einem Unwohlsein betroffen sein.
Reaktionen, Zeitplan und Präzedenzfälle
VfL Bochum betont, im intensiven Austausch mit den Fangruppierungen zu stehen und kündigte an, bis zum Anpfiff am Sonntag über alle Kanäle über das weitere Vorgehen zu informieren, erklärte ein Sprecher dem WDR. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Anweisungen von den Fans befolgt werden.
Das Hüpfverbot bleibt bis zum Abschluss der geplanten Sanierungsarbeiten an der Osttribüne, die für das Jahr 2028 vorgesehen sind, in Kraft. Da die Sanierung bereits Teil der Modernisierungsmaßnahme ist, kann ein langwieriger Planungsprozess vermieden werden.
Ein ähnliches Verbot wurde bereits vor zehn Jahren von der Stadt Magdeburg für das Stadion des 1. FC Magdeburg eingeführt, nachdem Messungen beim Spiel gegen Hansa Rostock Schwingungen über der Panikgrenze zeigten. Kürzlich sorgten Fans des 1. FC Kaiserslautern durch gezieltes Springen am 16. September dafür, dass die Konrad‑Adenauer‑Brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen ins Wanken geriet.
Die Maßnahme verdeutlicht, dass deutsche Fußballvereine strukturelle Sicherheit stärker in den Fokus rücken und bei Bedarf ungewöhnliche Regelungen ergreifen, um das Stadionpublikum zu schützen. Ob weitere Clubs diesem Beispiel folgen, bleibt abzuwarten.