Vega fordert FIFA‑Präsidentschaft, während AFC‑Chef Reformton anhebt
Während der ehemalige Schweizer Nationalspieler Ramon Vega seine Kandidatur für das FIFA‑Präsidentschaftsamt ankündigt, betont AFC‑Präsident Salman bin Ibrahim Al Khalifa, dass der angestrebte Reformprozess keine grundlegende Neugestaltung der FIFA‑Governance vorsieht. Die beiden Aussagen stehen im Kontrast zu den anstehenden Vorbereitungen für die Wahl im März 2027, bei der die Unterstützung der 211 Mitgliedsverbände entscheidend sein wird.
Vega stellt Kandidatur vor
Der 55‑jährige Ramon Vega, einst Verteidiger bei Tottenham Hotspur und zuletzt Finanzberater, will Gianni Infantino herausfordern. In einem elfseitigen Dossier erklärte er, sein Leben habe ihn darauf vorbereitet, dem Fußball zu dienen. Er sieht es als seine Pflicht, die Integrität und Zukunft des Sports zu schützen. Sein Ziel sei, die FIFA transparenter und bürgernäher zu machen.
Vega hatte bereits 2015 nach Sepp Blatters Rücktritt eine Kandidatur erwogen und 2019 erneut versucht, den Amtsinhaber zu verdrängen, jedoch fehlte ihm damals die notwendige Unterstützung. Für die bevorstehende Wahl muss er mindestens fünf der 211 Verbände hinter sich bringen. Die Bewerbungsfrist endet am 15. November. Die Kandidatur erfordert zudem ein starkes Netzwerk innerhalb der kontinentalen Verbände.
Laut einer AFP‑Mitteilung sei die Situation seit seiner letzten Kandidatur stark gewandelt, und die Mitgliedsverbände seien viel offener für Veränderungen. „Die Situation hat sich seither stark gewandelt“, sagte Vega. „Dies ist das erste Mal, dass ich so viel Rückhalt spüre.“ Er betonte, dass der Fußball derzeit auf der Intensivstation sei und nicht länger künstlich am Leben gehalten werden könne.
Ramon Vega fordert Infantino heraus – Reformversprechen im Machtkampf
AFC‑Präsident plädiert für moderate Reformen
AFC‑Präsident Salman bin Ibrahim Al Khalifa schrieb in einem Brief, dass der Reformprozess nicht auf eine grundlegende Neugestaltung der FIFA‑Governance abzielt. Stattdessen solle geprüft werden, ob bestehende Strukturen gestärkt werden können, und er schlug die Einrichtung einer internen Arbeitsgruppe vor. Der Brief richtete sich an Gianni Infantino und die anderen Konföderationschefs. Al Khalifa betonte zudem, dass die Zusammenarbeit mit Infantino für die Stabilität des Weltverbands unerlässlich sei.
Doch 22 arabische Verbände, darunter zwölf aus Asien, haben kürzlich ihre Unterstützung für Infantino erklärt. Die drei oppositionellen Konföderationen – UEFA, AFC und CONCACAF – scheinen bei der Wahl im März 2027 in Rabat nicht alle Mitglieder hinter einem Herausforderer zu vereinen. Lettland war zuletzt der erste europäische Verband, der sich öffentlich für Infantino aussprach. Die Kritik an Infintinos Führungsstil, insbesondere nach dem gescheiterten Versuch, die WM‑Rechte extern zu vermarkten, hat die Debatte weiter angeheizt.
Wahl 2027 im Fokus
Der 56‑jährige Gianni Infantino, seit 2016 FIFA‑Präsident, strebt beim nächsten FIFA‑Kongress im März 2027 in Rabat eine vierte Amtszeit an. Die UEFA‑Spitze sowie die Präsidenten und Generalsekretäre der 55 UEFA‑Mitgliedsverbände planen ein Treffen in Berlin, um das weitere Vorgehen im Machtkampf zu besprechen. Kevin Quigley von Shutterstock lieferte das, das die Berichterstattung begleitet. Die geplante Arbeitsgruppe soll bis zum nächsten Kongress konkrete Vorschläge erarbeiten.
Ramon Vega wirft seinen Hut gegen Infantino um FIFA-Präsidentschaft
Vegas ambitionierter Vorstoß steht damit im Spannungsfeld zwischen einem Wunsch nach tiefgreifenden Reformen und einem wachsenden Widerstand gegen grundlegende Änderungen, wie Al Khalifa betont. Wie sich die Unterstützung der Verbände bis zur Wahl entwickelt, wird zeigen, ob der Fußball tatsächlich eine neue Ausrichtung erfährt. Beide Seiten beobachten die Entwicklungen genau, da das Ergebnis die Zukunft des internationalen Fußballs prägen wird.