Unklare impfbescheinigung wirft schatten auf Xhaka in Luzern
Die Luzerner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Schweizer Nationalmannschaftskapitän Granit Xhaka wegen mutmaßlich gefälschter Corona‑Impfzertifikate. Hat Granit Xhaka wirklich eine Impfbestätigung erhalten, ohne geimpft zu sein? Die Behörden prüfen brisante Details, während der 33‑jährige Spieler in der Premier League für Sunderland aktiv ist.
Vorwurf gefälschter Zertifikate
Die Luzerner Polizei bestätigte, dass die Staatsanwaltschaft wegen angeblich gefälschter Corona‑Impfzertifikate Ermittlungen aufgenommen hat. Zuvor hatten der Schweizer "Blick" und die Nachrichtenagentur Keystone‑SDA über den Fall berichtet. Xhaka, ehemaliger Spieler von Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen, steht im Fokus der Untersuchung.
Reaktion von Xhaka und seinem Sprecher
Andreas Bantel, Sprecher von Granit Xhaka, erklärte auf Anfrage, Xhaka habe eine ärztliche Bestätigung, dass er am 25. Januar 2022 erstmals und am 8. November 2022 zum zweiten Mal gegen Covid geimpft wurde. "Xhaka steht den Behörden uneingeschränkt und in voller Transparenz zur Verfügung", betonte Bantel. Die Unschuldsvermutung gelte weiterhin.
Unstimmigkeiten bei den Impfterminen
Während der "Blick" den zweiten Impftermin mit dem 8. November 2022 nennt, berichtet ein weiterer Bericht das Datum mit dem 11. November 2022. Beide Quellen geben das Datum des ersten Impfstoßes einheitlich mit dem 25. Januar 2022 an. Die Diskrepanz wird von den Ermittlern noch geprüft.
Frühere Covid‑Kontroversen und sportlicher Hintergrund
Im September 2021 wurde Xhaka nach einer Covid‑Infektion diagnostiziert, weil er zuvor die Impfung abgelehnt hatte, obwohl die Schweizer Gesundheitsbehörden sie empfohlen hatten. Zu dieser Zeit spielte er für Arsenal und verpasste zwei Länderspiele. Im Januar 2022 folgte eine erneute Diagnose, bevor er die erste Dosis erhielt. Xhaka ist Rekordnationalspieler der Schweiz mit 152 Einsätzen und nahm an den letzten drei Weltmeisterschaften teil. Trainer Murat Yakin hat ihn für die ersten vier Spiele der Nations League zwischen Ende des Monats und Anfang Oktober nominiert.
Weiteres Verfahren und nächste Schritte
Die Ermittlungen umfassen eine Polizeirazzia im Jahr 2023, bei der Beweise von einem Arztnetzwerk sichergestellt wurden. Xhaka soll Anfang Oktober in der Schweiz von der Justiz vernommen werden und betont, er werde die Vorwürfe bestreiten. Bis dahin bleibt er wegen der laufenden Untersuchung von einer öffentlichen Stellungnahme abgesehen.