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Tresoldi: Drei tore im U21‑Debüt, zwischen Deutschland und Italien
Der 22‑jährige Nicolo Tresoldi erzielte im U21‑Debüt gegen Malta drei Treffer, führte das Team mit 4:1 zum Sieg und übernahm das Kapitänspatent – während er gleichzeitig zwischen einer Zukunft für Deutschland und einer für Italien schwankt, ein Dilemma, das auch Jürgen Klopp beschäftigt.
Tresoldi kommt aus Italien, spielt für den Champions‑League‑Club FC Brügge und ist mit 22 Jahren bereits ein etablierter Angreifer der deutschen U21. Er kann sowohl für Deutschland als auch für Italien antreten, weil er in Italien geboren wurde und einen italienischen Vater hat, der ebenfalls Profi war.
Im EM‑Qualifikationsspiel in Malta verwandelte er drei Treffer – ein kraftvolles Stürmertor, ein Kopfballtor und einen präzisen Freistoß – und wurde zum Kapitän ernannt, weil der reguläre Kapitän Tom Bischof zum A‑Team aufgestiegen war. „Ich freue mich sehr über das erste Tor, ein richtiges Stürmertor“, sagte Tresoldi nach dem 4:1‑Sieg.
Rekordjagd in der U21
Mit den drei Toren in Malta und einem weiteren Treffer im 4:0‑Erfolg gegen Lettland steht Tresoldi nur noch zwei Treffer hinter Heiko Herrlich (17) und Pierre Littbarski (18) in der DFB‑Bestenliste. Er hat damit bereits Rudi Völler überholt und liegt nur fünf Einsätze hinter Fabian Ernst.
U21‑Trainer Antonio Di Salvo betont, dass Tresoldi bereits von Jürgen Klopp als Zielspieler genannt wurde, aber keinen Druck verspüren soll. „Nicolo weiß von mir, aber auch von Jürgen Klopp, dass er ein Stürmer ist, auf den wir setzen, aber wir wollen keinen Druck aufbauen“, erklärte Di Salvo.
Entscheidung zwischen Deutschland und Italien
Geboren in Italien, zog Tresoldi als Jugendlicher mit seiner Familie nach Deutschland und ist seit vier Jahren im deutschen Nachwuchsverbund aktiv. „Ich habe diesen Weg mit Deutschland begonnen und trage das Deutschland‑Trikot mit Stolz“, erklärte er, während er betonte, dass beide Länder ihm sehr viel bedeuten.
Bundestrainer Jürgen Klopp äußerte, dass die Situation für einen jungen Spieler „wahnsinnig schwierig“ sei und dass es wichtig sei, sich Zeit zu nehmen. „Es geht nicht darum, morgens die eine oder andere Nationalhymne zu singen, sondern um viele Dinge“, sagte Klopp kürzlich.
Die deutsche U21 muss nun gegen Georgien in Bielefeld gewinnen, um das EM‑Ticket für Albanien und Serbien zu sichern. Am Donnerstag um 20:45 Uhr auf ZDF wird Nick Woltemade in Tresoldis Position gegen Serbien starten, während Tresoldi auf seine Entscheidung wartet.
Das eines aufstrebenden Torjägers, der Rekorde jagen kann, steht im Kontrast zu seiner unentschlossenen Nationalzugehörigkeit – ein Spannungsfeld, das sowohl die U21‑Mannschaft als auch die deutsche Nationalmannschaft von Jürgen Klopp künftig prägen wird.