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Transferstreit in der Nordwestschweiz Aesch blockiert Schmidtwechsel
Der 24-jährige Stürmer Christian Schmidt vom FC Aesch (2. Liga) will zum BSC Old Boys Basel (2. Liga interregional) wechseln, doch der Verein aus Aesch hat sein Veto eingelegt und den Wechsel blockiert. Der Fall aus der Nordwestschweiz zeigt, dass Transferstreitigkeiten auch im Amateur‑Fussball vorkommen.
Ein Grund für das Veto liegt in einer schriftlichen Verpflichtung des Spielers, die Saison 2026/27 bei Aesch zu absolvieren. Denn der Klub aus dem Kanton Basel-Landschaft verfügt über eine dünne Personaldecke im Sturm und beruft sich auf Artikel 151 des Wettspielreglements. Die Vereinbarung sei bindend und verhindere den Wechsel.
Kontroll‑ und Disziplinarkommission bestätigt Veto
Die Kontroll‑ und Disziplinarkommission des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) gibt dem FC Aesch recht und verweigert den Transfer. Dominique Schaub, Leiter Rechtsdienst beim SFV, erklärt: «Es muss betont werden, dass es eigentlich nur einen Grund gibt, um einen Transfer zu verweigern: dann nämlich, wenn eine Vereinbarung vorliegt.» Er betont zudem, dass ein ausstehender Mitgliederbeitrag kein gültiger Grund sei.
Rund zehn bis zwanzig Mal pro Jahr unterstützt die Kommission eine Transfer‑Blockade eines Klubs. Pro Saison erreichen durchschnittlich zweihundertfünfzig bis dreihundert Gesuche den SFV. Auch im Profifussball sind solche Regelungen gang und gäbe, doch ihr Auftreten im Amateur‑Fussball und bei den Amateuren ist selten.
BSC Old Boys Basel und Schmidt reagieren
Beim BSC Old Boys Basel bedauert man, dass Schmidt nicht die Fronten wechseln durfte. Der 24‑jährige Stürmer zeigt jedoch keine Anzeichen von Unmut; Six Pavkovic, Sportchef des FC Aesch, sagt, er habe sehr positiv auf das Ganze reagiert und sei bereit, seine Leistungen wie gewohnt abzurufen. Der Spieler zeigte trotz des gescheiterten Wechsels keine Anzeichen von Unmut. In dieser Saison erzielte Schmidt in fünf Partien bereits acht Tore, darunter fünf im 12:0 gegen den SC Binningen.
Für den FC Aesch bedeutet das Veto, dass er den Tabellenführer weiterhin mit seinem Torinstinkt versorgen kann. Die Old Boys hingegen müssen nach Alternativen suchen und verlieren einen potenziellen Verstärker für die kommende Saison. Sollte Schmidt seine Form beibehalten, könnten im Sommer 2027 weitere Vereine Interesse zeigen, wobei eine vorzeitige Vereinbarung kaum noch unterschrieben wird.
Der Fall aus der Nordwestschweiz verdeutlicht, dass Transferstreitigkeiten nicht allein dem Profibereich vorbehalten sind und auch im Amateur‑Fussball auftreten.