FRAUEN
Schweiz rüstet sich auf defensives Israel, Kapitän Wälti betont Fokus
Im bescheidenen Mezökövesd-Stadion wird ein Publikum von nur 4,500 Zuschauern die Schweizer Frauen‑Nationalmannschaft – die Nati – dabei beobachten, wie sie sich auf ein eng organisiertes israelisches Team vorbereitet. Kapitänin Lia Wälti, die bei der Pressekonferenz vor dem Spiel sprach, warnte, dass die Gegner tief sitzen werden und ihr Team geduldig bleiben muss.
Politischer Hintergrund und Mannschaftsfokus
Die politische Dimension der Playoff‑Spiele hat während des einwöchigen Trainingslagers auf dem GC‑Campus in Niederhasli überraschend viel Raum eingenommen. Wälti wiederholte, dass der Kader keine Aktionen im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt durchführen wird und betonte, dass das Thema nicht ignoriert, sondern intern gehalten wird.
"Die Botschaft ist nicht für die Medien. Sie ist intern für unser Team. Es geht nicht darum, Schlagzeilen zu erzeugen, sondern um das Denken an die betroffenen Menschen, insbesondere die Kinder und Zivilisten", sagte sie und unterstrich die Ernsthaftigkeit des Themas.
Vorbereitung auf einen defensiven Gegner
Die Schweiz erwartet am Freitag einen sehr defensiven Gegner mit niedrigem Block, eine Situation, an die sie gewöhnt sind. In der WM‑Qualifikationsgruppenphase dominierte die Nati oft den Ballbesitz, während die Gegner zurückfielen und auf Konter spielten.
Mittelfeldspielerin Wälti, die für Brighton spielt, erklärte die erforderliche Spielweise: "Geduld ist nötig und eine solide defensive Basis. Wir wollen die bevorzugte Rolle übernehmen, ohne arrogant zu sein."
Cheftrainer Rafel Navarro, der die Nations‑League‑Leistungen Israels studiert hat, rechnet nicht mit einer Änderung des Kernkonzepts des Gegners. Er fügte hinzu, dass die Vorbereitung des Teams durch die Entfernung des Hotels vom Stadion behindert wird, sie sich jedoch anpassen und Ausreden vermeiden werden.
Bedeutung des Spiels und Logistik
Ein klarer Sieg im Hinspiel würde die Nerven für das Rückspiel in Sitten am Dienstag beruhigen und den Weg zur WM 2027 in Brasilien offen halten. "Primär ist das Ziel zu gewinnen. Wir wissen auch nicht genau, was uns in Ungarn erwartet", sagte Wälti.
Die Nati wird ihren Sitz in Budapest haben und etwa eineinhalb Stunden nach Mezökövesd reisen. Es werden keine Fans zugelassen, sodass das Stadion trotz seiner 4,500‑Sitzplatzkapazität leer bleibt.
Die Live‑Übertragung wird am Freitag ab 20:00 Uhr auf SRF 2 und in der Sport‑App zu sehen sein und den Unterstützern die Möglichkeit geben, das Playoff‑Duell trotz der leeren Tribünen zu verfolgen.