Bundesliga FRAUEN
Stars verlassen Frauen-Bundesliga – Geld lockt Talente ins Ausland
Mehr als ein Dutzend deutsche Topspielerinnen verdienen ihr Geld im Ausland, wodurch die Frauen-Bundesliga immer mehr Stars verliert. Die Situation wird von der Nationalstürmerin Laura Freigang als "Ausverkauf" bezeichnet, weil das fehlende Geld die Liga unattraktiv macht.
Laura Freigang, 28‑jährige Nationalspielerin, spielt seit 2018 für Frankfurt und spricht klare Worte: "Wir brauchen mehr Geld", sagt sie ohne Umschweife. Ihre Aussage unterstreicht das wachsende Problem, dass immer mehr Spielerinnen dem Lockruf des Auslands folgen.
Besonders die englische Super League lockt mit finanziell starken Angeboten. Die seit dieser Saison für den FC Arsenal aktive Lisa Baum betont: "Wir haben in London fast die gleichen Bedingungen wie bei den Männern." Sie ist damit eine von mehreren, die die attraktiven Rahmenbedingungen im Ausland loben.
Auch die USA sowie Top‑Clubs in Frankreich und Spanien präsentieren lukrative Verträge, die deutsche Talente anziehen. Für Freigang ist klar: Geld lockt die besten Spielerinnen, und wo die Besten spielen, entsteht der beste Fußball, was wiederum das Interesse steigert.
Neuer Ligaverband FBL versucht Gegensteuerung
Der kürzlich vom DFB abgespaltene Ligaverband FBL e.V. markiert einen historischen Moment für die Frauen‑Bundesliga. VfL‑Direktorin Vanessa Bernauer betont, dass "die eigentliche Arbeit" erst jetzt beginne, während die Liga eigenständig agiere.
Wüste Draxler glänzt in Katar, doch die Liga bleibt ein Problem
FBL‑Präsidentin Katharina Kiel erklärte beim DFB‑Bundestag, dass das Ziel sei, den Frauenfußball international konkurrenzfähiger zu machen, sportlich und ökonomisch zu entwickeln. Ein neuer TV‑Vertrag, der derzeit verhandelt wird, soll deutlich mehr Geld in die Liga bringen.
Clubs investieren und blicken auf EM 2029
Die Vereine haben angekündigt, in den kommenden Jahren massiv zu investieren, um die Attraktivität zu erhöhen. Gleichzeitig betont Kiel die Verantwortung des Ligaverbandes, insbesondere im Hinblick auf die Heim‑EM 2029, die als große Chance für den deutschen Frauenfußball gesehen wird.
Bundestrainer Christian Wück weist darauf hin, dass Legionärinnen Vor‑ und Nachteile mit sich bringen, weil sie nicht immer regelmäßig eingesetzt werden. Er hofft, dass die Bundesliga zu ihrer alten Stärke zurückfindet und mehr Spielerinnen in Deutschland bleiben.
Abwanderung von Nationalspielerinnen nimmt zu
Aktuell gibt es Gerüchte um den Abgang der National‑Linksaußen des FC Bayern, die in acht Pflichtspielen bereits sechs Tore und fünf Vorlagen erzielt hat. Trotz eines Angebots von FC Barcelona hat Klara Bühl sich für den Verbleib in der Bundesliga entschieden, was sie zu einer Ausnahme macht.
Im EM‑Kader 2025 stehen noch sechs Legionärinnen, während mittlerweile ein gutes Dutzend deutscher Topspielerinnen im Ausland aktiv sind. Zu den jüngsten Wechseln gehören Carlotta Wamser zu Manchester City, Nicole Anyomi zu London City Lionesses, Vivien Endemann zu FC Liverpool, Selina Cerci und Lisa Baum zu FC Arsenal – insgesamt elf Akteurinnen in England.
Elisa Senß hat sich für Real Madrid entschieden und trifft dort auf Sara Däbritz und Merle Frohms, sodass drei deutsche Spielerinnen nun bei den "Königlichen" stehen. Freigang warnt, dass ohne weitere Investitionen weitere Stars wie Klara Bühl schwer zu halten seien.