Bundesliga
SSV Ulm nach Jahren Zweitligist im freien Fall für die Zukunft
SSV Ulm, vor zwei Jahren noch Zweitligist, befindet sich aktuell am Abgrund: Der Verein steht als Schlusslicht der Regionalliga Südwest und muss am kommenden Samstag gegen den FSV Frankfurt um den ersten Punkt kämpfen. Die Spieler des Teams laufen den eigenen Erwartungen hinterher, während die Fans eine emotionale Achterbahn erleben.
Rasante Aufstiegsphase und anschließender Absturz
Seit der Saison 2022/23 hat Ulm Jahr für Jahr die Liga gewechselt: Aus der Regionalliga ging es in die 3. Liga und nach nur einem Jahr in die 2. Bundesliga. In den Folgejahren fiel der Aufstieg jedoch genauso schnell, sodass die Mannschaft nun wieder in der Regionalliga kämpft. Der Weg nach oben war kurz, das Ende des Aufstiegs jedoch nicht in Sicht.
Trainer Thomas Wörle, der zuvor mit den Bayern‑Frauen Meister wurde, führte die „Spatzen“ zu zwei Aufstiegen in Folge. Unter seiner Führung sammelte das Team nach dem 0:4 gegen den FC Bayern einige Punkte und stand nach sieben Spielen auf Rang zwölf, blieb aber meist Außenseiter. Die Vereinsverantwortlichen sahen die TV‑Gelder der 2. Liga als Chance, doch der Klassenerhalt gelang nicht.
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Aktuelle Krise und personelle Fluktuation
Nach dem Abstieg verlor Ulm den Großteil der Startelf: Torjäger Semir Telalović wechselte nach Nürnberg, Verteidiger Niklas Kolbe zu Hertha BSC, Bastian Allgeier zu Hannover 96, Romario Rösch und Philipp Strompf zu VfL Bochum. Kreativspieler Oliver Batista Meier ging nach Münster, Stürmer Felix Higl nach Fürth. Auch Leihspieler wie Maurice Krattenmacher (FC Bayern) und Aaron Keller (Unterhaching) verließen den Klub.
Trainerwechsel folgten: Nach einem 0:1 gegen den 1. FC Köln im März 2025 musste Thomas Wörle gehen, U19‑Trainer Robert Lechleiter übernahm, konnte die Rettung jedoch nicht sichern und verließ das Amt nach vier Niederlagen in sechs Spielen. Moritz Glasbrenner aus der U19 bekam die Nachfolge, musste jedoch wegen fehlender Trainer‑Pro‑Lizenz eine Strafe von 25 000 Euro zahlen. Nach sieben Punkten aus den ersten drei Spielen fiel Ulm wieder stark, erlebte fünf Pleiten hintereinander und landete auf Rang 18.
Die Kapitäne Johannes Reichert und Christian Ortag schrieben einen Brandbrief an den Aufsichtsrat, weil alle Hoffnung auf ein besseres Ende zu schwinden scheint. Die Sicht der Fans bleibt jedoch von Unsicherheit geprägt, während das Team weiterhin um jeden Punkt kämpft.