Bundesliga
Sportmoderatorin valentina Maceri übersteht Hass, lebt Weiblichkeit
Valentina Maceri moderiert seit diesem Jahr die deutsche Bundesliga‑Konferenz bei und hat damit Laura Wontorra als Hauptmoderatorin abgelöst. Im Interview spricht sie über ihren Weg vom Fußballplatz in die Medienwelt und erklärt, wie sie mit Hassnachrichten umgeht. Ich sehe das als persönliche Herausforderung.
Vom Platz zum Mikrofon
Maceri besuchte die DFB‑Eliteschule des Fußballs und durchlief sämtliche Nachwuchsnationalmannschaften. Beim TSV Crailsheim gelang ihr der Aufstieg in die zweite Liga, und mit achtzehn Jahren wechselte sie in die italienische Serie A. Dort spielte sie für den Top‑Klub ASD CF Bardolino und absolvierte vier Spiele in der Champions League, bevor sie 2014 ihre Spielerkarriere beendete.
Als sie ihre Laufbahn als Fußballerin aufgab, um Sportmoderatorin zu werden, erklärten viele das für verrückt. Sie trat bei die Nachfolge von Laura Wontorra an und übernahm die Moderation der deutschen Bundesliga‑Konferenz. Dieser Schritt markierte den Übergang vom Spielfeldrand in die Medienwelt.
Umgang mit Hass und Kritik
Im Interview betont Maceri, dass es damals kaum Frauen am Spielfeldrand gab und sie dazu beitragen wolle, dass Frauen im Fußball respektiert werden. Sie berichtet, dass ihr in den ersten Sportsendungen geraten wurde, einen Zopf statt offener Haare zu tragen, um sportlicher zu wirken. Mit wachsendem Selbstbewusstsein lernte sie, sich nicht zu verbiegen und ihre Weiblichkeit zu zeigen.
Trotzdem wird ihr Aussehen häufig in Kommentarspalten bewertet. Maceri zitiert eine Beleidigung: „Die hat so viel Plastik im Gesicht, die würde bei Lidl Pfand zurückbekommen“, die sie in Familienchats teilt und darüber lacht. Sie betont, dass sie solche Kommentare nicht zu viel Aufmerksamkeit schenkt.
Ziele und Visionen
Nach Niederlagen oder verschossenen Elfmetern erhalten Fußballer teilweise Morddrohungen, die Maceri als schlimmer empfindet als Internet‑Trolle, die ihr zu viel Make‑up vorwerfen. Diese Form von Hass ermüdet sie mehr als Kritik an ihrem Äußeren, weshalb sie keine Energie mehr in solche Angriffe investieren will.
Der Umgang mit Hass war ein langer Prozess; vor sieben Jahren hätte sie anders gesprochen. Heute weiß sie, dass sie die Welt nicht verändern kann, aber ihre Reaktion darauf. Selbst wenn Hans‑Peter ihr vorwirft, zu viel Botox zu benutzen, bleibt sie gelassen.
Die Bundesliga‑Konferenz ist für Maceri das ikonischste Fußballprodukt der deutschen Medienlandschaft, das sie bereits als Kind verfolgte. Das gleichzeitige Anpfiffen aller Spiele um 15:30 Uhr fasziniert sie noch immer. Sie träumt davon, eines Tages die Verleihung des Ballon d’Or zu moderieren und sieht ihre aktuelle Position als Sprungbrett.