Bundesliga FRAUEN
Selbstständige Frauen‑Bundesliga: Katharina Kiel sendet starkes star‑Signal
Während der Deutsche Fußball‑Bund (DFB) ab dem 1. Juli 2027 die Verantwortung für die Frauen‑Bundesliga abgibt, erhalten die vierzehn Erstliga‑Clubs neue Befugnisse zur Eigenorganisation und Vermarktung, wie Katharina Kiel, Präsidentin des neu gegründeten Frauen‑Bundesliga‑Verbands (FBL), betont. Der Schritt markiert ein starkes Signal für den Frauenfußball in Deutschland und eröffnet einen neuen Weg der Professionalisierung für Spielerinnen wie Klara Bühl (r).
Eigenständige Organisation und Finanzrahmen
Die Frauen‑Bundesliga organisiert sich ab dem 1. Juli 2027 eigenständig; die Verantwortung wandert vom DFB auf den im Dezember gegründeten Frauen‑Bundesliga‑Verband FBL e. V. über. Alle vierzehn Erstliga‑Clubs übernehmen die Selbstverwaltung nach dem Vorbild der Männer‑Bundesliga, während der DFB weiterhin für die 2. Liga der Frauen zuständig bleibt.
Im Rahmen eines Pacht‑ und Grundvertrags zahlt der DFB jährlich 1,4 Millionen Euro an die FBL. In Jahren mit Frauen‑Euro oder -WM erhöht sich die Zahlung um 200 000 Euro. Zusätzlich erhält die FBL 50 Prozent eines möglichen wirtschaftlichen Überschusses aus den Endturnieren der Frauen‑Nationalmannschaft.
Führung, Rechte und Zukunftsvisionen
An der Spitze des Präsidiums steht Frankfurt‑Chef Katharina Kiel, gefolgt von Erster Vizepräsidentin Veronica Saß (FC Bayern) und Zweiter Vizepräsident Klaus Filbry (SV Werder Bremen). Die FBL sucht derzeit eine Geschäftsführerin für die noch zu gründende FBL GmbH, wobei eine Doppelspitze ähnlich der Männer‑Liga ebenfalls diskutiert wird.
Der bisherige TV‑Vertrag von 2023 bis 2027 garantierte 5,17 Millionen Euro jährlich. Die neuen Rechte sollen über einen zweijährigen Zeitraum vergeben werden; die Ausschreibung wird in der Woche vom 28. September angekündigt. Die FBL darf die Fernsehrechte selbst vergeben und muss dafür einen Pachtzins von 3 Prozent an den DFB zahlen sowie 1 Prozent für Ausbildungsentschädigungen an die Vereine leisten. Ab dem Sommer 2030 erhalten die Regional‑ und Landesverbände des DFB zudem 1,5 Prozent der TV‑Erlöse.
Auswirkungen auf Clubs und Spielbetrieb
Alle Clubs müssen ihre Spielerinnen für die Frauen‑ und Juniorinnen‑Nationalteams abstellen; die Kosten für Schiedsrichter werden zwischen DFB und FBL geteilt. Der DFB verpflichtet sich, jedem Verein mindestens 100 000 Euro jährlich für zertifizierte Leistungszentren im Frauen‑ und Mädchenfußball zu zahlen, während zusätzlich 500 000 Euro jährlich für die gezielte Förderung junger Spielerinnen bereitgestellt werden.
Katharina Kiel hat bereits Ideen für mögliche Änderungen des Spielbetriebs präsentiert, etwa die Abschaffung des Montagsspieltages, mehrere parallele Partien für eine Konferenzschaltung oder Play‑offs nach dem Vorbild von Basketball und Eishockey. Kritik an einem möglichen K.-o.-Duell um die Meisterschaft kam von Serienmeister FC Bayern und Vize VfL Wolfsburg.