Schweiz setzt Xhaka nach Covid-Betrug vor Nations League auf die Bank
In der Stille des Trainingslagers in Belek, Türkei, stand der Schließfach, das den Schweizer Kapitän Granit Xhaka enthalten sollte, leer – ein deutlicher Hinweis darauf, dass der 33‑jährige Mittelfeldspieler sich aus dem Kader zurückgezogen hatte, nachdem er zugegeben hatte, ein gefälschtes Covid‑Impfzertifikat verwendet zu haben.
Zugeständnis und Instagram‑Entschuldigung
Am Montag veröffentlichte Xhaka eine Entschuldigung auf Instagram, in der er sein Handeln als „Fehler“ bezeichnete und ein tiefes Misstrauen gegenüber dem Covid‑19‑Impfstoff eingestanden hat, das ihn dazu brachte, ein gefälschtes Zertifikat von einem nun untersuchten Arzt zu erhalten. Er schrieb, er habe „ein Impfzertifikat erhalten, anstatt meine ungeklärten Fragen über die richtigen Kanäle zu klären“.
In derselben Erklärung sagte der Sunderland‑Mittelfeldspieler: „Ich sehe jetzt klar, dass dies der falsche Weg war. Es war ein Fehler. Es tut mir leid. Ich übernehme die Verantwortung für diese Entscheidung, befinde mich im Prozess der Aufklärung der Fakten und kooperiere voll mit den zuständigen Behörden.“
Rechtliche Verfahren und mögliche Strafen
Das Schweizer Medium Blick berichtete, dass die Staatsanwaltschaft Luzern ein Strafverfahren gegen Xhaka eingeleitet habe, wobei der ehemalige Arsenal‑Kapitän voraussichtlich Anfang Oktober vernommen werden soll. Die Behörden haben eine hohe Geldstrafe oder eine bedingte Freiheitsstrafe nicht ausgeschlossen.
Xhaka bestätigte, dass er voll mit der Untersuchung kooperiere, wiederholte sein Bedauern und das „tiefe Misstrauen“, das den Betrug ausgelöst habe. Der Fall betrifft zudem den Arzt, der das gefälschte Dokument bereitgestellt hat und nun unter Beobachtung steht.
Auswirkungen auf die Nations‑League‑Kampagne
Der Schweizerische Fußballverband bestätigte, dass Xhaka, der mit rekordverdächtigen 152 Länderspielen für sein Land aufwartet, die kommenden Nations‑League‑Spiele gegen Nordmazedonien, Schottland und Slowenien verpassen wird. Präsident Peter Knäbel erklärte, die Entscheidung sei nach einem gemeinsamen Treffen mit Xhaka und dem SFV getroffen worden und fügte hinzu, es sei im besten Interesse des Teams, das Trainingslager ohne ihn abzuschließen.
Knäbel bemerkte außerdem, dass Xhaka für die November‑Internationalspiele wieder in Betracht gezogen werden könnte, nachdem das aktuelle internationale Spielzeitfenster endet. Die Schweiz wird daher die Nations League ohne ihren Kapitän beginnen und vier Spiele vor der Pause bestreiten.
Die Episode unterstreicht die strenge Haltung der Fußballbehörden gegenüber der Covid‑19‑Einhaltung und erinnert die Spieler daran, dass das Fälschen von Gesundheitsdokumenten schwerwiegende sportliche und rechtliche Folgen hat. Als prominenter Schweizer Star wird XhkAs Abwesenheit sowohl auf als auch neben dem Platz spürbar sein.