Schöttels überraschende Ablöse wirft Licht auf ÖFB‑Sportchef
Peter Schöttel, 59, steht nach seiner überraschenden Ablöse als ÖFB‑Sportchef still, während der Aufsichtsrat die Entscheidung zum Zeitpunkt der Trennung am Freitag als legitim bezeichnete. Er erfuhr erst am Tag seiner Absetzung von den Medien, während das Gremium bereits am Freitag über die Trennung entschieden hatte.
Erstes Gespräch nach Medienberichten
Schöttel erklärte, dass sein erstes Gespräch mit Verbandschef Josef Pröll erst am Tag der Absetzung und nach den ersten Medienberichten stattfand. Zum Zeitpunkt der ersten Medienberichte am Donnerstagabend war er noch nicht informiert. Der Kurier hatte bereits am Vorabend über die bevorstehende Trennung berichtet. Die offizielle Mitteilung kam aus dem Büro in Eisenstadt/Wien. Die Medienberichte hatten bereits am Donnerstagabend die Entscheidung vorausgesagt.
In der Sendung „Barbara Karlich Buchklub“ im ORF Radio Burgenland beschrieb Schöttel seine Reaktion als „nicht gekränkt, sondern überrascht“. Er betonte, dass er noch nicht in einer Phase sei, in der er sich verletzt fühle. Der Aus kam für ihn völlig unerwartet. Er hat noch Zeit, das zu verarbeiten. Der 59‑jährige Wiener äußerte sich am Samstag zu seiner Ablöse.
Der Aufsichtsrat hatte die Trennung am Freitag als „legitim" bezeichnet. Nach Angaben des Aufsichtsrats sei die Entscheidung gerechtfertigt. Schöttel sagte, wenn das Gremium glaubt, es könne die Arbeit besser mit jemand anderem fortführen, sei das deren Entscheidung. Er fügte hinzu, er wisse, aus welcher Richtung die Entscheidung komme, ohne weitere Details zu nennen. Er sprach zudem von seiner Abberufung.
Rangnick kein Grund für die Ablöse
Schöttel betonte ausdrücklich, dass Ralf Rangnick kein Grund für sein Ausscheiden sei. „Es gibt keine Differenzen, wir verstehen uns gut", sagte er und verwies darauf, dass die Trennung nicht mit dem ÖFB‑Teamchef zusammenhänge. Der Grund, dass er nicht mehr beim ÖFB sei, liege definitiv nicht bei Ralf Rangnick. Der ehemalige Nationalspieler wies die Verantwortung klar von Rangnick ab.
Schöttel erklärte, dass er seit dem Jahr 2022 Ralf Rangnick zum Verband geholt habe und in der Anfangsphase eng mit ihm zusammengearbeitet habe. Wie er erklärt hat, war die Zusammenarbeit zu Beginn intensiv. In den letzten Monaten habe Rangnick jedoch sein eigenes Team aufgebaut, sodass Schöttel nicht mehr über alle Entscheidungen des Männer‑Nationalteams verfüge. Das A‑Team sei eigenständig, er sei Rangnick nicht übergeordnet gewesen.
Nach neun Jahren als ÖFB‑Sportdirektor habe Schöttel ohne Vorwarnung seine Demission eingereicht. Schöttels Ära als ÖFB‑Sportdirektor endete nach neun Jahren, nachdem er im August 2017 als U19‑Trainer zum ÖFB gekommen war und zwei Monate später zum Sportchef bestellt wurde. Er sagte, er hätte gerne das zehnte Jahr weitergemacht, bevor er über seine Zukunft nachgedacht hätte.
ÖFB‑Chef Josef Pröll plant, am Montag in einer Pressekonferenz den weiteren Verlauf und die Nachbesetzung zu erläutern, gleichzeitig wird das Kader für die Nations‑League‑Partien vorgestellt. Schöttel selbst sei guter Dinge und freue sich auf die nächste Zeit, obwohl er noch nicht wisse, wer sein Nachfolger werde.