Sammer wirft Bierhoff flache Hierarchien im DFB vor
Im Studio der Sky‑Show „Sammer & Basile – Der Hagedorn Talk“ sitzt Matthias Sammer, 59, und blickt ernst auf das Mikrofon, während im Hintergrund das von Oliver Bierhoff, 58, als ehemaliger DFB‑Manager erscheint. Der ehemalige Nationalspieler nutzt den Moment, um Bierhoffs jüngste Äußerungen zur deutschen Nationalelf zu scharf zu hinterfragen.
Sammer verurteilt flache Hierarchien
Matthias Sammer ist nicht einverstanden mit Bierhoffs Aussagen und bezeichnet das Verlangen nach flachen Hierarchien im Leistungssport als „einen der kapitalsten Fehler, die je begangen wurden“. In der Sendung erklärte er: „Es ist nicht lange her, da hieß es auch von seiner Seite aus, wir brauchen in Deutschland flache Hierarchien. Das ist eine Katastrophe.“ Sammer macht Bierhoff mitverantwortlich für die derzeitigen flachen Strukturen beim DFB.
Sammer betont, dass man nicht über das Fehlen einzelner Typen klagen solle. Er sagte: „Wir brauchen uns heute nicht zu beschweren, zu sagen, da fehlen uns ein paar Typen.“ Für ihn sei es wichtig, dass nicht alle Spieler in der Argumentation gleich behandelt werden, sondern dass Führungspersönlichkeiten hervortreten.
Bierhoff bemängelt Führungsdefizit
Oliver Bierhoff, 58, äußerte in einem Interview mit dem, dass im DFB‑Team ein Mangel an herausragenden Persönlichkeiten mit hohen individuellen Stärken bestünde. Er fügte hinzu: „Zudem haben wir ein Persönlichkeits‑ und Charakter‑Thema. Wir haben sehr professionelle und gute Spieler, aber zu wenige, die Verantwortung und Initiative auf dem Platz übernehmen.“
Sammer reagierte auf diese Kritik, indem er Bierhoff ebenfalls zur Verantwortung zog. Er erklärte, Bierhoff sei „natürlich ein Stück weit verantwortlich“ für die aktuelle Situation und betonte, dass man nicht einfach über das Fehlen von Typen klagen solle.
Bierhoff arbeitete 18 Jahre lang als Funktionär beim Deutschen Fußball‑Bund, war ab 2004 langjähriger Teammanager der Nationalmannschaft und später DFB‑Direktor. Seine langjährige Erfahrung im Verband bildet den Hintergrund seiner Einschätzung.
Matthias Sammer war von 2006 bis 2012 Sportmanager des DFB und bemerkte bereits 2007 das Fehlen von Hierarchien. Er sagte: „2007 habe ich mir dann die Frage gestellt: ‚Hier stimmt etwas nicht.‘ Wir sind alle gleich. Alle gleich.“ Sammer fügte hinzu, dass man im Leistungssport nicht auf einem Ponyhof sei, sondern dass es im Training und in der Kabine auch rau zugehen müsse.
Die Auseinandersetzung verdeutlicht die anhaltende Debatte über Führungsstrukturen im deutschen Fußball. Während Bierhoff den Mangel an Persönlichkeiten betont, fordert Sammer klare Leader‑Typen, um die Leistungsfähigkeit der Nationalmannschaft zu sichern.