Rückkehr der gestohlenen Rapid‑Banner wirft Fragen zur Ultras‑Hierarchie auf
Während die Nachricht vom Diebstahl zweier wichtiger Rapid‑Banner in Venedig für Empörung sorgte, zeigt die rasche Rückkehr der Stücke, dass die interne Hierarchie der Ultras weiterhin umstritten bleibt. Der Vorfall, den die Ultras als Demütigung bezeichnen, löste intensive Diskussionen unter den Fans aus.
Die 1988 gegründete, größte und einflussreichste Fan‑gruppe des Landes hielt bis Dienstag Nachmittag offen, wie ihr zukünftiger Weg aussehen soll. In diesem Zeitraum verschwand das offizielle Statement von ihrer Fan‑Page, was die Debatte über eine mögliche Auflösung beendete.
Dem KURIER wurde bestätigt, dass nach einem Autoeinbruch ohne Fan‑Bezug die sogenannten „Fetzn“ – vermutlich die beiden Banner – mithilfe von Freunden aus Venedig wieder in den Besitz der Ultras gelangten.
Am darauffolgenden Samstag spielten die Ultras gemeinsam mit Rapid in Venedig; ein Ausbleiben dieses Auftritts hätte für den Verein und die Ansprechpartner bei Fan‑Themen erhebliche Veränderungen bedeutet.
Block West wächst und Spannungen entstehen
Im Hanappi‑Stadion war die Fantribüne überschaubar, doch 2016 wuchs der Block West im Allianz Stadion auf 7 000 Plätze – fast das Dreifache der ursprünglichen Kapazität. Diese Expansion führte zu spürbaren Spannungen innerhalb der organisierten Fanszene.
Trotz des Wachstums bleibt die Ultras‑Gruppe das Zentrum des Blocks und wird nach wie vor als Nummer 1 angesehen.
Verschiedene Ultra‑Gruppen und ihre Rollen
Die Derby‑Ausschreitungen im Februar, die den Verein rund eine Million kosteten, wurden maßgeblich von den Gruppen „Lions“ und „Lords“ ausgeführt, die rechts vom Ultras‑Block positioniert sind und heute vielfach mit Stadionverboten belegt sind.
Auf der linken Blockseite stehen die „Tornados“, die als zweitgrößte Gruppe gelten. Insgesamt sind zweistellige Zahlen an Fanklubs direkt mit dem Block West verbunden und zählen zur organisierten Fanszene.
Seit der Ära des Ehrenpräsidenten Edlinger gilt, dass der Dialog nie enden darf – doch selbst innerhalb der Ultras gibt es nicht immer Einigkeit über den zukünftigen Weg.