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WM

Lukakus WM-Rolle könnte auf der Bank entschieden werden

🇧🇪

Romelu Lukakus mag das nicht hören, aber sein größter Wert bei dieser Weltmeisterschaft könnte jenseits der Startelf liegen. Der belgische Stürmer hat in dieser Saison aufgrund von Verletzungen und körperlichen Beschwerden kaum Fußball gespielt und ist weit von seiner Spielform entfernt. Selbst Nationaltrainer Rudi Garcia bestätigte vor dem Spiel gegen Neuseeland, dass Lukaku nicht bereit sei, 90 Minuten am Stück zu spielen.

Lukakus begrenzte Spielminuten zeigten sich in der Gruppenphase. Er begann gegen den Iran, doch Belgien konnte nur ein 0:0 erreichen, und der Stürmer konnte sich nicht durchsetzen. Er wirkte nicht scharf genug, um die Abwehr über die gesamte Spielzeit zu gefährden.

Der Kontrast zu seinen Einwechslungen könnte kaum größer sein. Im Eröffnungsspiel gegen Ägypten betrat Lukaku den Platz und hatte innerhalb von 22 Sekunden entscheidenden Einfluss. Seine Präsenz im Strafraum zwang einen ägyptischen Verteidiger zu einem Eigentor und sicherte Belgien den Punkt.

Gegen Neuseeland dauerte es kaum eine Minute, bis er erneut traf. Nicolas Raskin spielte einen Flankenball auf Lukakus Kopf, und der Stürmer köpfte den Ball ins Tor. Es war sein sechstes WM-Tor und machte ihn zum alleinigen Rekordtorschützen Belgiens bei Weltmeisterschaften.

Vielleicht sollte Garcia einen anderen Ansatz wählen. Charles De Ketelaere zeigte gegen Neuseeland, dass er bereit ist, zu pressen, zu laufen und die Abwehr 60 bis 70 Minuten lang physisch zu erschöpfen.

Wenn die Abwehr nach einer Stunde bereits angeschlagen ist, kann ein frischer Lukaku aufs Feld kommen. Diese Situation unterscheidet sich stark davon, gleich gegen eine voll einsatzbereite Abwehr anzutreten.

Plötzlich haben die Verteidiger es mit einem Stürmer zu tun, der zu den stärksten und intelligentesten Zielspielern im Weltfußball zählt. Er gewinnt Zweikämpfe, schafft Räume und ist im Strafraum fast unaufhaltsam.

Für Lukaku mag das nicht die Rolle sein, die er sich vorstellt. Er ist ein Gewinner, der von Anfang an spielen will. Doch in diesem Moment scheint er mehr Wirkung in kurzen Einlagen von 20 oder 30 Minuten zu haben als über 90 Minuten.

Belgien muss Lukaku nicht durch die vollen 90 Minuten schleppen, solange er noch nicht im Spielrhythmus ist. Stattdessen kann Garcia seinen Topscorer optimal einsetzen, indem er seine Minuten sorgfältig dosiert.

Die Gruppenphase hat bereits eine klare Lektion geliefert: Lukaku muss nicht das gesamte Spiel bestreiten, um entscheidend zu sein. Bei dieser Weltmeisterschaft könnte er Belgiens gefährlichste Waffe sein, die nur dann gezogen wird, wenn die Gegner bereits erschöpft sind.

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