Rapid geht mit Selbstvertrauen in die Länderspielpause, Vorsaison warnt
Rapid hat das 3:0 gegen die WSG Tirol als sechsten Sieg in sieben Spielen gefeiert. Trainer Johannes Hoff Thorup betonte, dass der Erfolg dem Team viel Selbstvertrauen für die bevorstehende dreiwöchige Länderspielpause gibt. Gleichzeitig erinnere er an die Vorsaison, die vor übertriebener Euphorie warne.
Saisonstart mit Rekordpunkten
Nach sieben Spieltagen stehen die Wiener mit 17 Punkten, ein Wert, der dem der Vorsaison entspricht, die jedoch nur mit einem fünften Platz endete. Aktuell liegen sie einen Punkt vor den Verfolgern und erzielen damit die beste Ausbeute zum Saisonstart seit achtundzwanzig Jahren. Im Jahr 1998 erreichte Rapid ebenfalls 19 Punkte nach sieben Runden und führte die Tabelle, verlor jedoch den Titel an Sturm Graz.
Thorup gilt nicht als Freund von Statistiken, nutzte jedoch die Möglichkeit eines historischen Starts als Motivation. "Ich habe es als Motivation verwendet", erklärte der dänische Trainer. Über die erste Halbzeit zeigte er sich jedoch unzufrieden: "Ich bin nicht glücklich mit der ersten Hälfte, wir waren nicht scharf genug, ein bisschen schlampig".
Spielverlauf und Torschützen
Ein frühes Foul von Moritz Wels hätte in der fünften Minute zum Führungstreffer führen können, doch die Offensivaktionen blieben zunächst zurückhaltend. Ercan Kara eröffnete in der 33. Minute, Bendeguz Bolla erhöhte in der 67., und Nikolaus Wurmbrand bescherte in der 86. den Schlussball. Kara erzielte damit sein siebtes Tor der Saison und sein drittes in der Liga.
"Es macht viel Spaß, fühlt sich gut an. Wir haben eine richtig gute Stimmung", sagte Kara nach seinem Treffer. Mittelfeldspieler Nicolas Bajlicz wies darauf hin, dass Rapid nun offensiver ausgerichtete Spieler habe, die zu einer höheren Torquote führen. Er betonte, dass die nationale Leistung, abgesehen vom Salzburg-Spiel, konstant gut sei und die bevorstehende Pause für das Team ungünstig komme.
Torhüter Niklas Hedl, der sein 200. Pflichtspiel für Rapid absolvierte, ergänzte: "Vieles funktioniert zurzeit sehr gut, vom Spielaufbau bis vorne hin. Jeder weiß, was er zu tun hat."
In der kommenden Woche reist das Team nach Italien, um am Samstag ein Testspiel gegen Venezia auszutragen. Trainer Thorup will die gesammelten Spieldaten analysieren, um Stärken zu sichern und Schwächen gezielt zu verbessern.
Widerhall bei WSG Tirol und VAR‑Entscheidung
Für die WSG Tirol endete eine Serie von drei Siegen mit sieben Punkten, doch das Spiel gegen Rapid ließ gemischte Gefühle zurück. Trainer Philipp Semlic äußerte: "Ein mutiger, braver Auftritt reicht nicht als WSG Tirol bei Rapid". Er fügte hinzu, dass die Mannschaft trotz der Niederlage in Altach noch Verbesserungsbedarf sehe.
Ein umstrittenes VAR‑Ereignis prägte das Spiel: Schiedsrichter Harald Lechner entschied keinen Elfmeter, obwohl David Gugganig im Strafraum von Petter Nosa Dahl an der Hand getroffen wurde. Thorup bezeichnete die Entscheidung als "glasklaren" Elfmeter, während Semlic die Leistung des Schiedsrichters lobte.
Mit dem 3:0‑Sieg hat Rapid den besten Saisonstart seit 1998 erreicht und steht nun, zumindest bis Sonntag, an der Tabellenspitze. Das nächste Heimspiel gegen Ried folgt am 10. Oktober, während Rapid am darauffolgenden Tag bei Titelverteidiger LASK auswärts spielt.