Rangnick kürzt Freizeit – ÖFB-Team fokussiert sich nach USA‑WM
Weniger Freizeit, ein neuer Ton Wie nach der WM in den USA will Teamchef Ralf Rangnick den Fokus des ÖFB-Teams schärfen und die Freizeitaktivitäten stark einschränken, weil das Golf‑Spiel im Camp nicht die gewünschten Leistungen brachte und die Spieler künftig mehr Zeit für das Training erhalten.
Am 27. Mai trafen die österreichischen Nationalspieler am ÖFB‑Campus in Wien‑Aspern, um sich für den Abflug zur Weltmeisterschaft in die USA eine Woche später vorzubereiten. Der Treffpunkt diente nicht nur der sportlichen Vorbereitung, sondern auch dem organisatorischen Ablauf für die anstehende Reise. Im Gepäck befanden sich neben den Fußballschuhen auch persönliche Freizeitgegenstände.
Unter den mitgebrachten Gegenständen befanden sich private Golf‑Ausrüstungen von Michael Gregoritsch und Xaver Schlager. Während der vierwöchigen WM‑Station in Santa Barbara nutzten sie an manchen Nachmittagen das Golf‑Training nach dem regulären Fußballtraining. Das Golfspiel wurde jedoch nicht als Grund für die enttäuschende Leistung des Teams in der Endrunde angesehen.
Ralf Rangnick, der vier Jahre zuvor das 0:3 gegen Spanien erlebt hatte, zog nun Konsequenzen und erklärte letzte Woche: „Ich würde das nicht wieder machen.“ Er betonte, dass die Freizeit künftig „auf ein anderes Maß“ reduziert werden solle. Ziel sei, den mentalen Fokus der Spieler zu stärken, nicht die Muskulatur. Die dafür benötigte Zeit soll stark verkürzt werden, um den Trainingsfokus zu erhöhen.
Golf‑Freizeit wird stark reduziert
Der neue Ton konzentriert sich darauf, dass Golf als reine Freizeitvariante bleibt und nicht die körperliche Erholung beeinträchtigt. Einige Spieler pendelten regelmäßig von Santa Barbara nach Los Angeles, übernachteten dort und kehrten am nächsten Tag zurück – etwa zwei Autostunden pro Strecke. Rangnick will künftig solche Ausflüge minimieren, um die Konzentration zu erhöhen.
Für die Vorbereitung nach der WM hat das Team das Hotel Dilly in Windischgarsten als neues Quartier gewählt. Im Gegensatz zum weitläufigen Camp in Santa Barbara sollen die Spieler nun enger beieinander wohnen, um den Teamspirit zu stärken. Rangnick hält diese engere Unterbringung für wichtiger als bisher.
Führungsduo Gregoritsch und Schlager in Topform
Michael Gregoritsch und Xaver Schlager gelten als die absoluten Führungsspieler des Lehrgangs. Gregoritsch hat in vier Bundesliga‑Einsätzen für Augsburg bereits drei Tore erzielt und ist damit Rekordtorschütze seines Vereins. Schlager, 28 Jahre alt, wechselte erfolgreich in die Premier League zu Nottingham Forest und wurde in dieser Saison ausdrücklich gelobt.
Rangnick hat die Freizeit sofort nach der WM gekürzt: Wer am Freitag oder Samstag für seinen Verein im Einsatz war, musste am Sonntag nach Windischgarsten reisen, während nur Sonntagsspieler am Montagvormittag erscheinen durften. Das erste Training ist für Montagnachmittag geplant, gefolgt von einem Abschlusstraining am Mittwoch. Am Donnerstag steht das Nations‑League‑Spiel in Linz gegen Israel (FIFA‑Rangliste 76) an, wobei zwischen erstem Training und Anpfiff drei Tage liegen.
Im Trainerstab hat Lars Kornetka, vier Jahre lang Rangnicks erster Assistent, den ÖFB verlassen und ist nun Chefcoach von Eintracht Braunschweig. Stefan Oesen wurde zum ersten Assistenten des Teamchefs befördert. Zusätzlich unterstützt Maximilian Ritscher, bisher Assistent von Didi Kühbauer beim LASK, das Team als Co‑Trainer.