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Peter Schöttel verliert Amt nach neun Jahren, Aufbruch endet im Rangnick‑Coup

🇦🇹 Von 4AllFootball ·
Peter Schöttel verliert Amt nach neun Jahren, Aufbruch endet im Rangnick‑Coup

Peter Schöttel wurde nach neun Jahren als ÖFB‑Sportdirektor entbunden. Der Abschied markiert das Ende einer Ära zwischen Aufbruch und Stillstand, die von einem konzeptlosen Start bis zu dem überraschenden Coup mit Ralf Rangnick reichte und prägte die sportliche Ausrichtung des Nationalteams nachhaltig.

Aufstieg ohne Konzept

Im Mai 2017 trat Peter Schöttel als neuer ÖFB‑Sportdirektor an, nachdem er zuvor das U19‑Nationalteam trainiert und die sportliche Leitung der Landes‑Ausbildungszentren Ost übernommen hatte. Sein Start war ohne ein konkretes Konzept; er erklärte damals, ein solches sei "rein zeitlich nicht möglich". APA‑Images / APA / EXPA lieferten das Bildmaterial.

Die erste Amtshandlung war die Suche nach einem neuen Männer‑Teamchef. Der Vertrag von Marcel Koller wurde nicht verlängert, und Schöttel stellte eine Kandidatenliste zusammen. Sein Wunschkandidat war Peter Stöger vom 1. FC Köln, der jedoch absagte; schließlich fiel die Wahl auf den Österreicher Franco Foda, der einstimmig vom ÖFB‑Präsidium gewählt wurde.

Entscheidungen im Männer‑ und Frauenfußball

Unter Foda qualifizierte sich die ÖFB‑Elf für die EM 2021, scheiterte jedoch im Achtelfinale nach Verlängerung gegen Italien. Die passive Spielweise wurde kritisiert, weil sie nicht zu den Spielern passte. Nach der gescheiterten WM‑Qualifikation 2022 endete Fodas Amtszeit.

Im Frauenfußball stand zwischen 2020 und 2024 Irene Fuhrmann an der Spitze, doch nach den EM‑Siegen 2017 und 2022 folgte ein sportlicher Abwärtstrend. Schöttel setzte Alexander Schriebl als neuen Teamchef ein; dessen hohe Pressing‑Philosophie blieb selten sichtbar und nach eineinhalb Jahren endete seine Ära. Lars Söndergaard soll die ÖFB‑Frauen nun zur WM 2027 nach Brasilien führen.

Coup mit Rangnick und formelle Trennung

Wenige Tage nach Fodas Abschied tauchten Gerüchte über einen möglichen Coup auf: Medien berichteten von einem Treffen zwischen Schöttel und Ralf Rangnick, der zu diesem Zeitpunkt Interimscoach bei Manchester United war. Sein Plan war ursprünglich nicht, Rangnick zu verpflichten, doch die Gerüchte hielten an. Schöttel dementierte zunächst jede Absprache.

Wenn Ralf Rangnick am Montag den Kader von Österreichs Fußball‑Nationalteam für die Nations League bekannt gibt, wird ein Mann nicht neben ihm am Podium sitzen: ÖFB‑Sportdirektor Peter Schöttel.

Der formale Beschluss zur Trennung von Schöttel wurde bei der Aufsichtsratssitzung am Freitagabend mit drei Enthaltungen, jedoch ohne Gegenstimmen, gefasst. In den neun Jahre seiner Amtszeit hatte Schöttel zahlreiche Entscheidungen getroffen. Damit endet eine Ära, die von Aufbruch und Stillstand zugleich geprägt war. Der Rückblick fasst die wichtigsten Stationen zusammen.

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