Peter Schöttel verlässt ÖFB – Warum der Sportdirektor geht
Peter Schöttel Warum der Sportdirektor des ÖFB nach neun Jahren das Amt verlässt, erklärt sich im neuen Artikel. Seit dem 10. Oktober 2017 war er Sportdirektor; das Nationalteam der Männer qualifizierte sich für zwei Europameisterschaften und eine WM. Sie benötigen ein KURIER Abo, um den Artikel zu hören.
Erfolge während der Amtszeit
Unter seiner Leitung qualifizierte sich das Nationalteam der Männer für zwei Europameisterschaften und für die WM, was die Bilanz des Sportdirektors stärkt. Das Frauenteam schaffte 2022 den Sprung ins EM‑Viertelfinale, ein historischer Erfolg für die Frauen. Im Nachwuchsbereich erzielte das U17‑Team im Vorjahr den WM‑Finaleinzug, den bislang größten Erfolg der U17‑Teams.
Schöttel war bei den ÖFB‑Mitarbeitern sehr beliebt, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Willi Ruttensteiner. Trotz dieser positiven Bilanz verlor er nach neun Jahren im Job seine Position, weil seine Rolle im Team immer weniger gestaltend wurde. Der Verlust des Amtes hinterließ ein menschliches Loch im Verband, das viele Kollegen spüren. Die Bewertung seiner Arbeit als Sportdirektors fiel schließlich kritisch aus.
Gründe für das Ausscheiden
Der eigentliche Grund liegt nicht in den sportlichen Ergebnissen, sondern darin, dass Schöttel bei wichtigen Personalentscheidungen außen vor blieb. Als im Frühjahr 2026 die Vertragsverlängerung von Teamchef Ralf Rangnick beschlossen wurde, hatte der Sportdirektor keinen Einfluss; die Gespräche führte Josef Pröll. Er Schafft es nicht, das Profil zu erhalten, und verliert dadurch das Vertrauen.
Im A‑Nationalteam war er nur noch ein Passagier, während Rangnick und sein innerster Kreis die strategischen Fäden zogen. Ob er bei jedem Lehrgang und jedem Spiel anwesend war, gestaltete er die Inhalte nicht mehr aktiv.
Der erste Fehltritt war die Bestellung von Alexander Schriebl zum Teamchef im Januar 2025, eine Bauchentscheidung, die ein Jahr später revidiert werden musste. Nach schlechten Ergebnissen und Unruhen im Team wurde Schriebl nach nur 13 Monaten beurlaubt. Schrottete er im Frauenfußball, weil er sich nicht bei Thomas Eidler informierte.
Als nächster Alleingang folgte die Installation von Lars Söndergaard, dessen Eignung noch geprüft werden muss. Sollte er die WM‑Qualifikation schaffen, verlängern sich die Verträge von Schriebl und seiner Assistentin automatisch. Damit kosten die Bauchentscheidungen des Sportchefs nicht nur Nerven, sondern auch mögliche finanzielle Belastungen.
Bei der Sitzung der Sportdirektoren der Landesverbände im August in Saalfelden verließ Walter Hörmann nach einer hitzigen Diskussion mit Schöttel den Raum. Am Freitag informierten Josef Pröll und sein Stellvertreter Johannes Wutzlhofer Schöttel in einem Sechsaugengespräch am ÖFB‑Campus über die Trennung.