Neuer Coach Jochen Seitz muss SV Wehen Wiesbaden aus Abstiegszone holen
Mit 49 Jahren wurde Jochen Seitz am Mittwoch als neuer Coach des Drittligisten SV Wehen Wiesbaden vorgestellt. Der Verein sitzt aktuell Vorletzter und erwartet von dem Neuen, dass er die Mannschaft zurück auf Kurs bringt. Trotz der schlechten Tabellensituation bleiben die Ziele ambitioniert.
Rückblick auf die missglückte Saison
Unter Trainer‑Vorgänger Daniel Scherning geriet das Team im Frühjahr in einen Abwärtsstrudel, der bis heute anhält. Im März verlor Wehen ein entscheidendes Heimspiel gegen Hansa Rostock mit 0:1 und verpasste damit die Chance, Aufstiegskandidat zu werden. In den darauf folgenden acht Ligaspielen folgte nur ein Sieg, gegen Hoffenheim II am letzten Spieltag, als es bereits nur um den Mittelfeldplatz ging.
Die Kaderplanung für die Saison 2026/27 verlief schleppend; fünf der acht Neuzugänge stießen erst zum Team, als die Spielzeit bereits begonnen hatte. Diese späte Verstärkung erschwerte die Integration neuer Spieler und trug zur instabilen Form bei.
Probleme im Kader und Disziplin
Co‑Kapitän Tarik Gözüsirin, der für Florian Hübner gegen Duisburg einsprang, schoss einen am Boden liegenden Gegenspieler ab und erhielt dafür Platzverweis sowie eine Sperre von drei Spielen. Im Anschluss zeigte Torwart Florian Stritzel in der Mixed Zone ein einsilbiges, schnippisches Auftreten, während sein verletzter Teamkollege Sinan Karweina die Presse lautstark aufforderte, den Schiedsrichter zu befragen.
Das 1:4 gegen Duisburg verdeutlichte zudem Probleme im Defensivverhalten und ließ Zweifel an der Schiedsrichterleistung aufkommen. Sportgeschäftsführer Uwe Stöver erinnerte jedoch daran, dass das Team noch 31 Pflichtspiele in der 3. Liga und im Hessenpokal vor sich hat und betonte, dass die ambitionierten Ziele nicht aufgegeben werden.
Ziele und erste Schritte von Jochen Seitz
Seitz will „von Spiel zu Spiel“ denken und bis zur Winterpause in einer anderen Tabellenregion stehen. Er sieht die Defensive als Schwerpunkt, weil das Team zu viele Gegentore kassiert habe und näher am Mann stehen müsse.
Offensiv fordert er von den Spielern Selbstbewusstsein vor dem Tor, betont, dass es eine Kopfsache sei und die Qualität bereits vorhanden sei. Interimstrainer Frank Steinmetz hatte den Sieglos‑Bann bereits gebrochen, und Co‑Trainer Giuliano Modica bleibt im Team.
Eine erste Standortbestimmung erfolgt am 2. Oktober im Trainingsspiel gegen den Zweitligisten Karlsruhe, das hinter geschlossener Tür stattfindet. Seitz gibt sein offizielles Debüt in der 3. Liga am 11. Oktober gegen Ingolstadt um 13:30 Uhr, ein klarer Meilenstein im Neustart des Vereins.