Neuendorf fordert rote Karte für Infantino und kritisiert Reformangebot
Im Berliner Tagesspiegel-Interview steht Bernd Neuendorf, Präsident des DFB, vor der Kamera und spricht mit scharfen Worten über den FIFA‑Chef. Er fordert, dass Gianni Infantino die Rote Karte erhalten soll, weil dessen Führung den Fußball beschädigt habe. Neuendorf kündigt an, beim FIFA‑Kongress im kommenden März nicht für Infantino zu stimmen.
Konkrete Vorwürfe und Reformforderungen
Neuendorf bezeichnete Infinitos Reformangebot, das an die 211 FIFA‑Mitgliedsverbände gerichtet war, als „durchschaubares Manöver“. Er kritisierte, dass Infantino seit zehn Jahren eine Kultur etabliert habe, die einen grundlegenden Wandel erfordere. Der DFB sei sich einig, Infantino habe jegliches Vertrauen verspielt.
Im Interview mit dem Tagesspiegel sagte Neuendorf: „Wir müssen ihn vom Platz stellen.“ Damit meint er, dass Infantino vom Amt entfernt werden müsse. Er betonte, dass man nicht den Bock zum Gärtner machen könne, wenn derselbe Verantwortliche den Reformprozess steuere.
Bernd Neuendorf fordert die Absetzung von Gianni Infantino vor den Wahlen am 18. März
Infantino reagierte zuvor auf anhaltende Kritik, indem er Gespräche über mögliche Reformen anbot und in einem Brief eine unabhängige externe Überprüfung der FIFA‑Governance ankündigte. Gleichzeitig machte der 56‑jährige Präsident klar, dass er seine vierte Amtszeit nicht ablegen wolle.
Der Konflikt zwischen UEFA und FIFA hatte Ende August bereits eskaliert, ausgelöst durch die Androhung eines Strafantrags vor Schweizer Gerichten wegen WM‑Investorenplänen. Die UEFA‑Präsidentschaft, vertreten durch Aleksandar Čeferin, fordert nun den Rücktritt Infinitos, ohne bislang einen Gegenkandidaten zu benennen.
Bis zum 18. November müssen Gegner Infinitos einen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl aufstellen, die drei Monate später in Marokko stattfinden soll. Neuendorf bleibt jedoch fest entschlossen, die „Rote Karte“ zu zeigen und die Reform des Weltfußballs grundlegend zu fordern.