Matthäus fordert von Klopp klare Unterstützung für Kimmich
Der frühere Weltmeister Lothar Matthäus kritisiert die anhaltende Diskussion um DFB‑Kapitän Joshua Kimmich und richtet eine klare Forderung an Bundestrainer Jürgen Klopp. In seiner Sky‑Kolumne schreibt er: „Kimmich geht als Kapitän mit seiner Erfahrung – und vor allem mit seiner Leistung voran. Ich weiß gar nicht, warum über Kimmich diskutiert wird.“
Matthäus fordert klare Linie
Matthäus hat kein Verständnis dafür, dass Kimmich trotz seiner Erfahrung immer wieder infrage gestellt wird. Er betont, dass die Debatte über den Kapitän unnötig sei und verlangt von Jürgen Klopp ein eindeutiges Bekenntnis zum Spieler. Der ehemalige Rekordnationalspieler sieht Kimmich als unverzichtbaren Baustein für FC Bayern und die Nationalelf.
In der Kolumne erklärt Matthäus weiter, dass Kimmich als 31‑jähriger Mittelfeldstratege nicht nur durch seine Erfahrung, sondern vor allem durch seine Leistung überzeugt. Er verweist auf Kimmichs Einsätze im 4‑3‑3‑System von Jürgen Klopp, wo er als Solosechser gegen die Niederlande glänzte und von Klopp als „der beste deutsche Spieler“ bezeichnet wurde.
Gegen Griechenland jedoch zeigte Kimmich eine unglückliche Leistung, die zu einer Niederlage führte. Trotz des berechtigten Wunsches, als Kapitän im Kader zu bleiben, musste er im Anschluss an Klopps erstem Kaderplan das Team verlassen. Matthäus sieht darin ein Signal, dass reine Präsenz nicht ausreicht.
Klopps Umgang mit der Kontroverse
Statt Kimmich zu stärken, habe Jürgen Klopp mit flapsigen Aussagen die Debatte weiter angeheizt. Er sagte: „Das kann ich Jo sagen: Je öfter man fragt, desto weniger wahrscheinlich bekommt man das, was man will.“ Matthäus kritisiert diese Haltung als kontraproduktiv.
Mit Alexander Pavlovic in der Kimmich‑Rolle als tiefer Sechser sowie Tom Bischof und Florian Wirtz in den Halbräumen wirkte das DFB‑Team gegen Serbien und Griechenland deutlich attraktiver. Matthäus hebt die verbesserten Chipbälle Kimmichs hervor, die er als Gefahr im Angriff bezeichnet.
Der ehemalige Rekordspieler zieht zudem einen historischen Vergleich zu Bastian Schweinsteiger. Während Schweinsteiger 180 Ballkontakte im Mittelfeld hatte, sei Kimmichs Spielstil vielseitiger, da er nicht nur quer, sondern auch nach vorne gefährlich agiere. Dennoch warnt Matthäus, Kimmich habe keinen Freifahrtschein und müsse sich wie jeder andere Spieler beweisen.
Matthäus nennt zudem den nicht nominierten Publikumsliebling Deniz Undav als Beispiel für fehlende Puffer. Er betont, dass das Leistungsprinzip für alle gilt und dass Aleksandar Pavlovic aus den Reihen des FC Bayern ein ernstzunehmender Herausforderer für Kimmich sei.
Abschließend fordert Matthäus, dass Jürgen Klopp vor der nächsten Länderspielphase Mitte November einen festen Kern von 15 bis 17 Spielern finde, auf die er bauen kann. Danach folgt das Auswärtsspiel gegen Serbien und das Heimspiel gegen die Niederlande im Rahmen der Nations‑League‑Ligaphase.