Mannheim Ermittlungen nach Krawallen – Polizist verdächtigt
Nach heftigen Krawallen beim DFB‑Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern hat die Polizei eine Ermittlungsgruppe eingesetzt und ermittelt nun gegen einen Polizisten. Vor wenigen Tagen eskalierte die Situation im Carl‑Benz‑Stadion, 85 Menschen wurden medizinisch versorgt und 35 Polizeibeamte leicht verletzt.
Ausbruch der Krawalle im Südwest‑Derby
Kurz vor Ende der regulären Spielzeit, im Südwest‑Derby, drangen Waldhof‑Anhänger in den Innenraum ein. Pyrotechnik, Raketen und weitere Gegenstände wurden vom Gästeblock auf den Platz geworfen. Die Polizei stürmte den Mannheimer Fanblock, das Spiel wurde für 30 Minuten unterbrochen.
Polizeiliche Ermittlungen und neue Vorwürfe
IMAGO/Marvin Hill/Beautiful Sports berichtete, dass die Polizei eine Ermittlungsgruppe gegründet hat, die Foto‑ und Videoaufnahmen auswertet. Die EG Campus Ludi unterstützt die Analyse, um Tatverdächtige zu identifizieren. Jetzt richtet sich das Augenmerk auf einen Polizisten, gegen den wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt und eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt wird.
Auf Video ist ein Mensch in schwarzer Kleidung und mit Helm zu sehen, der einen brennenden Gegenstand aufgehoben und in Richtung des Mannheimer Fanblocks geworfen hat. Die Polizei verfügt über Aufnahmen, die den Wurf zeigen, doch ob jemand verletzt wurde, bleibt ungeklärt und wird weiter untersucht.
Sören Runke vom Fandachverband des SV Waldhof Mannheim begrüßte die Ermittlungen, betonte jedoch die Unschuldsvermutung für den Beamten. Er kritisierte sowohl das Fehlverhalten der Fans als auch das polizeiliche Eingreifen, das seiner Meinung nach „ein bisschen drüber“ war. Zudem seien Fanmaterialien zerstört worden.
Das Spiel endete nach 120 Minuten mit 1:0 für Kaiserslautern. In der zweiten Runde des DFB‑Pokals trifft der Sieger aus der 2. Liga auswärts auf Hannover 96. Nach den Ausschreitungen wurden 85 Menschen medizinisch versorgt, 35 Polizeibeamte erlitten leichte Verletzungen.