Lustrinelli kämpft um Union nach drückender Niederlage in München
Trainer Mauro Lustrinelli steht nach der 0:7‑Niederlage in München vor der Aufgabe, Union Berlin wieder zu stabilisieren. Die Mannschaft muss dringend Antworten finden, denn die aktuelle Krise gefährdet die Saisonziele.
Krise nach drückender Niederlage
Unions Fehlstart wird nicht nur als taktisches Problem, sondern auch als Sehnsucht nach der defensiven Stärke vergangener Jahre beschrieben. Seit dem Ende von Urs Fischers Amtszeit im November 2023 gehören Trainerdiskussionen zum Alltag im 1. FC Union Berlin, wobei sogar Nina Hagen und das Stadion An der Alten Försterei als Gesprächspartner genannt werden.
Statistische Belastungen
In den ersten vier Spielen kassierte Union 17 Gegentore – ein Wert, der zuletzt 1983 erreicht wurde. Gegen Bayern München dominierten die Bayern mit 68 % Ballbesitz und liefen acht Kilometer mehr als Union, was die Defizite im Laufverhalten verdeutlicht.
Wie die Analyse von Christopher Trimmel zeigt, ließen sich vier Gegentore in der zweiten Halbzeit in München durch zu große Abstände erklären. „Wir haben zu große Abstände gelassen“, sagte er, wobei er mögliche Gründe wie fehlende Motivation oder Unklarheit über Laufwege anführte.
Die beiden Kapitäne von Union teilten die Kritik der Berliner Zeitung. Rani Khedira äußerte nach der Niederlage gegen Schalke, dass „irgendwann hat man in der Bundesliga keine Zeit mehr“, und Trimmel ergänzte: „Auf irgendwen mit dem Finger zeigen – das sind wir nicht.“
Ausblick und Trainerphilosophie
Trimmel, ein Urgestein, war maßgeblich am Aufstieg zum Europapokal beteiligt und unterstützt die Vereinsführung, die im Sommer Lustrinelli für einen Neuanfang verpflichtete. Er betont, dass Union nicht einfach tiefer verteidigen könne, weil selbst die Innenverteidiger Danilho Doekhi und Diogo Leite nicht zurückkehrten.
Leo Querfeld bemerkte nach dem Bayern‑Spiel: „Sie haben uns unsere Grenzen aufgezeigt.“ Trimmel fügte hinzu: „Wir sind gerade defensiv nicht gefestigt und dann wirst du hier abgeschlachtet.“ Die bevorstehende dreiwöchige Länderspielpause bietet Lustrinelli die Chance, an einer offensiveren, aggressiveren Spielweise zu feilen, die von der Vereinsführung gewünscht wird.
Lustrinelli, ein Schweizer, wurde wegen seiner klaren Vorstellungen zu einem hohen Pressing, einer hohen Abwehrkette und direktem Spiel in die Spitze engagiert. Er erinnert an seine Anfangsschwierigkeiten beim FC Thun, bevor er in seiner vierten Saison zum Schweizer Meister aufstieg, und sagte kürzlich im Interview mit dem Blick: „Auch der Thuner Löwe war mal eine Katze.“ Andrej Ilic arbeitet im Training an seinem Comeback.