Kochs Defensivprobleme zwingen Hütter zum taktischen Dilemma
Im Trainingsgelände von Eintracht Frankfurt steht Kapitän Robin Koch im Mittelpunkt einer wachsenden Kontroverse: Trotz seiner langjährigen Führungsrolle hat der 30‑jährige Innenverteidiger die Defensive der Hessen in der vergangenen Saison schwächen lassen und gefährdet damit erneut die europäische Qualifikation. Ein von Christof Koepsel zeigt den Kapitän im Training.
Verteidigungsschwäche in der Viererkette
Letzte Saison war Koch das Gesicht einer anfälligen Defensive, die reihenweise Gegentreffer kassierte und Eintracht Frankfurt die Teilnahme am Europapokal kostete. In der aktuellen Spielzeit zeigte sich das Problem erneut im 2:2 gegen den SC Freiburg, wo der 30‑jährige nur zusah, wie Derry Scherhant den Ausgleich erzielte. Die schwache Defensive ließ die Hessen am Ende der Saison hinter den europäischen Plätzen zurück.
Trainer Adi Hütter bevorzugt häufig eine Viererkette, doch Koch überzeugt dort zu selten, insbesondere weil er im weiteren Verlauf des Freiburg‑Spiels zu wenige Zweikämpfe führte. Seine zurückhaltende Defensivarbeit lässt die Abwehr anfällig bleiben. Die Trainerstaffel sieht daher Handlungsbedarf, um die Stabilität zu erhöhen.
Erfolgreiche Dreierkette gegen Mainz
In einer Dreierkette wirkte Koch deutlich stabiler, wie beim 3:1‑Sieg in Mainz deutlich wurde. Zentral in dieser Formation kann er das Spiel besser organisieren und erhält mehr Absicherung. In der Dreierkette erhielt er zusätzliche Unterstützung von den Innenverteidigern, was die Gesamtbalance stärkte.
Die noch unerfahrenen Außenverteidiger Keita Kosugi und Elias Baum profitieren von weniger defensiven Aufgaben und erhalten mehr Vorwärtsfreiheit. Im aktuellen Kader wirkt in einer Viererkette nur Neuzugang Lilian Brassier stabil, während berichtet, dass die Jugend zwar wieder mit einer Viererkette spielt, dies jedoch für die laufende Saison wenig Nutzen bringt. Die jungen Außenverteidiger Kosugi und Baum können dadurch offensiver agieren, was dem Team mehr Breite verleiht.
Sturmduo versus Kapitän – taktisches Dilemma
Um Koch aus der Startelf zu nehmen, müsste Trainer Hütter einen Stürmer opfern; Jonathan Burkardt oder Younes Ebnoutalib müssten dann auf der Bank Platz nehmen. Beide Nationalspieler befinden sich jedoch in Topform und harmonieren in einer Doppelspitze hervorragend. Ein Verzicht auf einen der beiden Stürmer würde die Offensivkraft mindern, da beide regelmäßig Tore erzielen.
Hütter favorisiert das 4‑2‑2‑2‑System, das er normalerweise der 3‑4‑2‑1 vorzieht, und scheint nicht bereit, seinen Kapitän zu benachteiligen. Eine mögliche Alternative wäre, einen kreativen Mittelfeldspieler wie Ritsu Doan oder Can Uzun zu opfern, um die Dreierkette zu ermöglichen. Dennoch bleibt die Option, einen kreativen Mittelfeldspieler zu opfern, im Gespräch.
Solange das Dilemma um Koch und die optimale Aufstellung ungelöst bleibt, droht Eintracht Frankfurt erneut die Chance auf europäische Wettbewerbe zu verlieren. Die kommende Saison wird zeigen, ob Hütter das Dilemma löst oder die Defensive weiter leidet.