Klopp-Umstrukturierung beendet Leroy Sanés Deutschland-Ära
Leroy Sané Zeit läuft davon, während Jürgen Klopps massiver 44‑Mann Nations‑League‑Kader einen Generationenwechsel signalisiert, während der Galatasaray‑Flügelspieler beobachtet, wie seine 80‑Länderspieltätigkeit für Deutschland am Rande stagniert. Die neue Auswahl, die in Frankfurt am Main bekannt gegeben wurde, umfasst elf Neuzugänge und lässt erfahrene Torhüter im Zweifel.
Junge Talente überschwemmen den Kader
Der 59‑jährige Trainer nannte 44 Profis für die ersten vier Nations‑League‑Spiele, fast das Doppelte der üblichen Größe. Er erklärte, dass das XXL‑Team dazu dienen soll, in den kommenden Wochen „so viele Spieler wie möglich kennenzulernen“. Zu den Neuzugängen gehören Felix Keidel von Elversberg, Bambasé Conté von Hoffenheim und Younes Ebnoutalib aus Frankfurt, die zusammen nur 21 Bundesliga‑Einsätze vorweisen können.
Mika Baur, der im Sommer vom frisch aufgestiegenen Paderborn nach Schottland wechselte, steht ebenfalls auf der Liste, obwohl er nie in der deutschen Spitzenliga gespielt hat. Alle elf Debütanten erhalten ihre erste Chance, mit der Nationalmannschaft zu trainieren, ein Schritt, von dem Klopp hofft, dass er das Team verjüngt.
Erfahrene Torhüter beiseitegeschoben
Acht Mitglieder des Sommer‑WM‑Kaders wurden weggelassen, was Klopp veranlasste zu betonen, dass die Entscheidung „vorerst“ und nicht endgültig sei. Für zwei der nicht ausgewählten WM‑Spieler ist die Zeit eindeutig vorbei, ein Punkt, der durch den Fall Oliver Baumann unterstrichen wird.
Tresoldi dankt Klopp, verschiebt aber die Entscheidung zwischen Deutschland und Italien
Baumann hatte vor dem Turnier an jedem Qualifikationsspiel teilgenommen und sollte als Nummer‑eins‑Torhüter reisen. Der frühere Trainer Julian Nagelsmann stufte ihn kurz vor der WM zum Ersatzspieler herab und setzte Manuel Neuer wieder ein. Klopp bevorzugt nun Marc‑André ter Stegen und hat Alexander Nübel, Noah Atubolu, Finn Dahmen und Jonas Urbig zum XXL‑Kader hinzugefügt, wodurch Baumanns Karriere für Deutschland praktisch beendet ist.
Sanés Auslassung und Klopps Bemerkungen
Trotz seiner 80 Länderspiele wurde Leroy Sané nicht unter den 44 aufgeführt, obwohl Klopp keine formelle Ablehnung aussprach. „Manche Dinge sind einfach logisch“, sagte der Trainer dem 30‑jährigen und fügte hinzu, dass Sané „sich noch nicht eingelebt hat, also nicht in der Saison, nicht bei Galatasaray“.
Klopp sagte, er werde bald mit Sané sprechen, hat jedoch bislang keine Minute gefunden, um die Auslassung zu erklären. Er behauptete, über fünfzig, sogar sechzig Telefonate mit Spielern geführt zu haben, doch das Gespräch mit dem ehemaligen Bayern‑Star steht noch aus.
William Laich berichtet aus Frankfurt am Main, dass die Umstrukturierung einen klaren Bruch mit der jüngeren Geschichte – „Geschichte“ – markiert, da der DFB auf die nächste Generation blickt. Alle Augen sind jetzt auf die junge Kohorte gerichtet, während das Wort San im breiteren Diskurs über die Kaderzusammensetzung auftaucht. Aus Frankfurt am Main ist die Botschaft unverkennbar: Die Ära für den Ex‑Bayern‑Star in der Nationalmannschaft ist wahrscheinlich beendet.