Klopp überrascht mit Mika Baur – vom Zweitligisten zum Nationalspieler
Als Mika Baur in den letzten Tagen den Anruf von Jürgen Klopp erhielt, musste er das Telefon erst einmal schütteln – ein überraschender Ruf, der den 22‑jährigen Mittelfeldspieler vom schottischen Club Celtic Glasgow sofort in das deutsche Nationalteam katapultierte und damit sein Debüt im internationalen Fußball einläutete.
Klopp erklärte nüchtern, dass er Baur nicht wegen seiner bisherigen Stationen, sondern wegen seines hervorragenden Passspiels und seiner Ideenfreude auswählte. „Er hat zu mir gesagt: ‚Ich war nicht mal Stammspieler in der U21.‘ Da hab ich gesagt: ‚Da hast du Glück, ich bin kein Verbandstrainer und der Meinung, dass man nicht alle Stufen durchlaufen muss.‘“ – Jürgen Klopp. Die Entscheidung gilt als Klopps größte Kaderüberraschung, und das Team profitiert von einem Spieler, den kaum jemand erwartet hatte.
Mika ist Sohn des ehemaligen Handball‑Nationalspielers und Trainers Markus Baur, der als einer der besten deutschen Handballer gilt. Der 55‑jährige Vater, ein Europameister 2004 und Weltmeister 2007, sammelte 228 Länderspiele und wurde 2000 sowie 2002 zum Handballer des Jahres gekürt. Mika wuchs in Baden‑Württemberg auf, absolvierte seine Jugendausbildung beim VfB Stuttgart und wechselte 2018 zum SC Freiburg, wo er unter Christian Streich den Sprung in die Profimannschaft schaffte.
Nach einer kurzen Phase beim SC Freiburg zog Baur 2024 in die Zweite Liga zu SC Paderborn. Dort gelang ihm zunächst kein Stammplatz, sodass er im Januar 2025 an Dynamo Dresden ausgeliehen wurde. In der Saison 25/26, unter SC‑Trainer Ralf Kettemann, wurde er zum Stammspieler, erzielte vier Tore und gab acht Vorlagen, was Paderborn den Aufstieg in die Bundesliga ermöglichte.
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Der Schritt nach Celtic Glasgow
Der schottische Meister Celtic aus dem Land Schottland zeigte Interesse und lockte Baur mit der Aussicht auf die Champions‑League. Der 22‑jährige akzeptierte das Angebot, verließ Paderborn im Sommer und brachte dem ostwestfälischen Verein rund acht Millionen Euro ein.
Der Traum von der Königsklasse zerplatzte jedoch, als Celtic im Rückspiel gegen den Linzer ASK nach einem 3:0-Heimsieg das 1:5 verlor und damit aus der Champions‑League ausschied. Der Club tritt nun in der Europa League an, doch Jürgen Klopp sieht darin keinen Hinderungsgrund für seine Auswahl.
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Klopp hat Baur für die Spiele drei und vier gegen Serbien und Griechenland in sein Team aufgenommen. Einige Trainers im deutschen Fußball staunen über die Wahl, doch für Klopp zählt das Potenzial des jungen Mittelfeldspielers mehr als konventionelle Auswahlkriterien.