Klopp stellt elf Neulinge für erstes DFB‑Aufgebot vor
Der 59‑jährige Jürgen Klopp hat als neuer Bundestrainer sein mit Spannung erwartetes erstes DFB‑Aufgebot vorgestellt. Um 10 Uhr präsentierte er in Frankfurt am Main gleich zwei Kader für die ersten vier Länderspiele, insgesamt 44 Spieler, darunter elf Neulinge. Die Entscheidung fiel nach knapp acht Wochen seit seinen ersten Worten als Trainer.
Zwei Kader und elf frische Namen
Wie Klopp betont, liegt "kaum ein Stein" mehr auf dem anderen im Vergleich zu seinem Vorgänger Julian Nagelsmann. Die beiden Listen enthalten zahlreiche überraschende Namen, die bislang nicht auf den offiziellen Zetteln standen. Insgesamt wurden elf völlig neue Gesichter nominiert, was die Aufstellung deutlich von früheren Kadern abhebt.
Überraschende Neuzugänge im Feld
Der wohl überraschendste DFB‑Neuling ist Rechtsverteidiger Felix Keidel von der SV Elversberg, dessen Nominierung bereits am Dienstagabend in den Medien kursierte. Weitere Abwehrspieler sind Hennes Behrens (FC Augsburg), Finn Jeltsch (VfB Stuttgart), Max Rosenfelder und Philipp Treu (beide SC Freiburg). Im Mittelfeld kommen Mika Baur (Celtic Glasgow), Bambasé Conté (TSG Hoffenheim), Yannik Engelhardt (SC Freiburg) und Vitaly Janelt (FC Brentford), während die Offensivreihe Younes Ebnoutalib (Eintracht Frankfurt) und Derry Scherhant (SC Freiburg) ergänzt.
Auch Said El Mala (1. FC Köln) und Brajan Gruda (RB Leipzig) könnten ihr Debüt in der A‑Nationalmannschaft geben, obwohl sie bereits von Julian Nagelsmann nominiert, aber nicht eingesetzt wurden.
Torhüter, Abwesende und verletzte Stars
Im Tor kehrt Marc‑André ter Stegen (Ajax Amsterdam), 34 Jahre alt, nach 15 Monaten zurück und gilt laut Klopp "für den Moment" als Nummer 1. Das Torhüterquintett wird durch Noah Atubolu (Eintracht Frankfurt), Finn Dahmen (FC Augsburg), Alexander Nübel (Beşiktaş Istanbul) und Jonas Urbig (FC Bayern) vervollständigt, wobei drei von ihnen noch auf ihr erstes A‑Länderspiel warten.
Tresoldi dankt Klopp, verschiebt aber die Entscheidung zwischen Deutschland und Italien
Oliver Baumann (TSG Hoffenheim), Loris Karius (FC Schalke 04), Moritz Nicolas (Borussia Mönchengladbach) und Mio Backhaus (SC Freiburg) fehlen im ersten Klopp‑Kader, obwohl sie als mögliche Überraschungen gehandelt wurden. Antonio Rüdiger und Manuel Neuer haben nach dem enttäuschenden WM‑Ausstieg ihre Nationalmannschaftskarrieren beendet; Leon Goretzka (Knieprobleme) und Assan Ouedraogo (Schulterverletzung) stehen ebenfalls verletzungsbedingt nicht zur Verfügung.
Fanliebling Deniz Undav ist fit, fehlt aber überraschend in beiden Kadern. "Er hat seine kleinen Probleme, hat aber noch nicht in die Saison reingefunden. Ich wollte mich für vier Stürmer entscheiden, habe mich aber für die vier anderen entschieden", erklärte Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz. Maximilian Beier, Pascal Groß, Jamie Leweling, Leroy Sané und Angelo Stiller bleiben ebenfalls außen vor, ebenso Matthias Ginter, Robert Andrich, Niclas Füllkrug, Tim Kleindienst und Nicolo Tresoldi, für den DFB‑Pressesprecherin Franziska Wülle betont, noch keine endgültige Entscheidung über die Verbandszugehörigkeit getroffen sei.
Serge Gnabry, Jamal Musiala (beide FC Bayern) und Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund) schaffen es in beide Aufgebote. "Wir wollen alle drei, wenn es irgendwie geht, die kompletten zwei Wochen dabei haben, um ihnen Rhythmus zu geben. Sie sollen in den Spielen zum Einsatz kommen, immer dosiert und abgestimmt auf ihre jeweilige Position", erklärte Klopp. Finn Dahmen steht ebenfalls in beiden Kadern, was seine wichtige Rolle unterstreicht.
Die Gegenüberstellung von elf frischen Gesichtern und zahlreichen erfahrenen Ausfällen zeigt, wie stark Jürgen Klopp den Kader neu ausrichten will. Seine Worte verdeutlichen, dass die kommenden Wochen entscheidend dafür sein werden, ob die neuen Namen das gewünschte Tempo und die nötige Balance liefern.