Klopp setzt auf klare Kaderstruktur, Effenberg lobt riskanten Schritt
Die mit Spannung erwartete erste Kader‑Nominierung von Jürgen Klopp, bei der der 59‑jährige Trainer 44 Spieler auf zwei Gruppen verteilt, hat durchweg positive Reaktionen ausgelöst, insbesondere ein begeistertes Lob von Ex‑Nationalspieler Stefan Effenberg. Er betont, dass damit klare Signale gesendet werden und die Diskussionen um Positionswechsel beendet seien.
Effenberg schrieb in seiner Kolumne für t‑online von der ungewöhnlichen Maßnahme, 44 Spieler auf zwei Kader für den kommenden Länderspiel‑Viererpack zu verteilen. Er lobte die Entscheidung als „genialen Schachzug“ und hob hervor, dass Klopp damit ein positives Signal setze.
„Aber: Ich verstehe genau, warum Klopp sich das so überlegt hat. Er weiß genau, was er da macht“, erklärte der ehemalige Bundesliga‑Profi. Weiterhin fügte er hinzu: „Jetzt darf niemand mehr herumheulen, er würde keine Chance kriegen. Alle müssen nun unter Beweis stellen, dass sie zur Nationalmannschaft eingeladen wurden – und wieder eingeladen werden wollen.“
Klopp schafft Klarheit in der Kaderstruktur
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Julian Nagelsmann beendet Klopp die „Zeit der Positionsexperimente“ und sorgt für eindeutige Rollen. Bei einem Blick auf die nominierten Spieler sei klar, dass niemand positionsfremd eingesetzt werde – ein einfacher, aber genialer Schritt. So wird Joshua Kimmich wieder im defensiven Mittelfeld auflaufen.
Klopp ließ zudem den angeschlagenen Leon Goretzka und Leroy Sane außen vor. Effenberg unterstützt diese Entscheidung und meint, das frühere Duo des FC Bayern habe keine Zukunft mehr im DFB, da beide häufig Wackelkandidaten waren.
Risiko bei zwei fast unterschiedlichen Mannschaften
Effenberg warnt jedoch vor dem Risiko, für die Spiele gegen die Niederlande, Griechenland, Serbien und das Rückspiel gegen Griechenland zwei nahezu unterschiedliche Mannschaften aufzustellen. Er erklärt: „Angenommen, es klappt nicht, wie erhofft – eine Auswahl fällt im Vergleich zur anderen deutlich ab, die Spiele verlaufen enttäuschend – dann wird es wieder Stimmen geben, die ihn kritisieren.“
Der 58‑jährige Ex‑Nationalspieler betont, dass Klopp sich nicht von äußeren Stimmen abbringen lasse und seine Maßnahme für richtig halte, obwohl mögliche Kritik nicht auszuschließen sei.
Ein weiterer Unterschied zum früheren Trainer ist Klopps Weg: Er verbringt viel Zeit in Stadien und auf Trainingsplätzen, um die Spieler aus nächster Nähe zu beobachten und das direkte Gespräch zu suchen. Effenberg kritisierte Nagelsmann dafür, dass er „einfachste Personalentscheidungen… unnötig zu verkomplizieren und zu verwissenschaftlichen“ habe, was zu einer EM‑Aus im Viertelfinale und dem Scheitern im WM‑Sechzehntelfinale geführt habe.
Der Kontrast zwischen Klopps klarer, pragmatischer Art und den vorherigen experimentellen Methoden zeigt, dass er eine neue Ära der Sicherheit einleiten will – ein Ansatz, der trotz seiner Risiken von Effenberg als richtungsweisend angesehen wird.