Klopp nutzt 44‑köpfiges XXL‑Aufgebot, um Nagelsmanns WM‑Fehler zu korrigieren
Im Konferenzraum des DFB in Frankfurt steht ein Mann im Mittelpunkt: Großer DFB‑Kader Klopp präsentiert am Donnerstag sein erstes 44‑köpfiges Aufgebot für die anstehenden Nations‑League‑Spiele und gibt damit ein klares Signal an die Nationalelf.
Großes Aufgebot für die Nations League
Der 44‑Mann‑Kader umfasst 16 mögliche Debütanten und deckt damit die vier bevorstehenden Nations‑League‑Spiele ab. Klopp betont, dass das XXL‑Aufgebot zwar ungewöhnlich groß sei, aber die seltene Gelegenheit nutze, fast zwei Wochen Zeit zu haben, um jeden Spieler genau zu prüfen. Die vollständige Liste wurde zudem in der DFB‑App veröffentlicht.
Lehren aus dem WM‑Fehler von Nagelsmann
„Ich habe die Tür sperrangelweit aufgemacht und gesagt: ‚Wer dabei sein will, hat die Chance‘“, erklärte Klopp am Donnerstag und erfüllte damit ein Versprechen, das er bei seinem Amtsantritt gegeben hatte. Damit erhalten Spieler, die unter seinem Vorgänger Julian Nagelsmann nicht zum engeren Kreis gehörten, die Chance, sich zu beweisen.
Als Bundestrainer muss er mit dem arbeiten, was vorhanden ist, und kann sich nicht einfach einen Rechtsverteidiger kaufen, wenn ihm einer fehlt. Stattdessen prüft er, welcher der bereits nominierten Spieler diese Aufgabe am besten erfüllen kann.
Klopp will sich zunächst einen Überblick verschaffen: Wer kommt infrage, wie passen die einzelnen Spieler zusammen und auf welcher Position besteht noch Bedarf? Dabei fragt er gezielt, welcher Spieler gerade deshalb besonders wertvoll ist, weil er eine Lücke schließen kann.
Der Ansatz soll einen der großen Fehler von Nagelsmann bei der WM vermeiden, der zu sehr an einzelnen Spielern und deren vermeintlichen Qualitäten festhielt, obwohl die Mannschaft in ihrer damaligen Verfassung etwas anderes gebraucht hätte. Unter Klopp sollen nicht die besten Einzelspieler, sondern die beste Mannschaft auf dem Platz stehen, also jene, die einander am besten ergänzen.
Durch die umfassende Inventur hofft Klopp, die optimale Zusammensetzung für die Nations‑League‑Phase zu finden und gleichzeitig die Lehren aus den jüngsten Turniererfahrungen nachhaltig umzusetzen.