Klopp führt Pünktlichkeits‑ und Handyregel im DFB‑Team ein
Im Teamhotel von Dortmund herrscht gespannte Stille, als Jürgen Klopp, der neue Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft, am Donnerstagabend sein erstes Auftritt gegen die Niederlande antritt. Ein von Alexander Hassenstein zeigt den Moment. Gleichzeitig stellt er drei neue Verhaltensregeln für den 44‑köpfigen Kader vor: Pünktlichkeit, Handygebrauch und Besuche im Teamhotel.
Neue Pünktlichkeitsregel im Team
Unter Julian Nagelsmann durften Spieler nach und nach ab 19 Uhr oder 20 Uhr zum gemeinsamen Essen erscheinen, ohne feste Vorgabe. Klopp verlangt nun, dass alle Spieler zu exakt zwei festgelegten Zeiten erscheinen, damit das gesamte Team gemeinsam speist. Ziel sei, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und aus einer Auswahl eine Einheit zu formen.
Kaderaufteilung für die Nations League
Für die anstehenden vier Nations‑League‑Spiele hat Klopp zwei fast komplett unterschiedliche Kader aufgestellt. Der erste Kader mit Joshua Kimmich, Kai Havertz und Jamal Musiala reist nach den Niederlanden und trifft am Sonntag zu Hause auf Griechenland. Der zweite Kader mit Florian Wirtz und Aleksandar Pavlović bestreitet das Heimspiel gegen Serbien und das Auswärtsspiel gegen Griechenland; als einziger Doppelter bleibt Torhüter‑Backup Finn Dahmen.
Klopp spricht über nationale Identität
Der 59‑jährige Klopp forderte in einer Pressekonferenz „positive Patriotismus“ angesichts politischer Turbulenzen und erklärte: „Aus meiner Sicht als Sportler kann ich sagen, dass ich die Fahne sehr gern für mich und für uns alle zurückerobern möchte.“ Er bezog sich dabei auf die jüngsten Wahlerfolge der AfD in Sachsen‑Anhalt und Mecklenburg‑Vorpommern.
Er betonte zudem, dass das Team nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich ein Zeichen setzen solle: „Das ist unsere Mission: Wir müssen eine gute Atmosphäre schaffen.“
Klopp erinnerte an seine erste Pressekonferenz im Juli, in der er sagte: „Spieler werden Chancen erhalten, die sie noch nicht erwarten.“ Er fügte hinzu: „Es könnte wild sein, aber ich akzeptiere das. Es ist nicht wichtig, wer spielt, sondern wie jemand spielt.“
Der neue Trainer hat bereits eine Liste von 57 potenziellen Spielern erstellt und legt Wert auf unterschätzte Talente. So bekommt der 23‑jährige Felix Keidel vom gerade aufgestiegenen SV Elversberg, ein Voll‑Back‑Midfielder‑Hybrid, erstmals die Chance, sich zu beweisen. Weitere junge Kräfte wie Mika Baur, Bambase Conte, Max Rosenfelder, Philipp Treu und Vitaly Janelt stehen ebenfalls im Fokus.