Klopp erster deutscher Sieg hebt fünf übersehene Helden hervor
Der Donnerstagabend brachte den Fans nach zwei leistungsschwachen Spielen zum Start von Jürgen Klopps Amtszeit als Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft einen willkommenen Aufschwung. Deutschlands 2‑0 Nations‑League‑Sieg über Serbien war Klopps erster Erfolg in der Verantwortung und, noch wichtiger, die erste Vorstellung des aggressiven, kollektiven Fußballs, den der neue Bundestrainer versprach.
Mittelfeld‑Dominanz von Wirtz, Bischof und Pavlovic
Florian Wirtz erhielt die Man‑of‑the‑Match‑Auszeichnung und war an beiden Toren beteiligt. Zuerst glitt er im Strafraum in den freien Raum und schob den Ball gegen den Pfosten, sodass Tom Bischof den Anschlusstreffer per Kopfball erzielte. Später fand Maximilian Mittelstädts zentrale Vorlage Wirtz, dessen erster Kontakt ihn an den nächsten Verteidiger vorbeiführte, bevor ein ruhiger Abschluss das zweite Tor sicherte.
Wirtz spielte Serge Gnabry mit einem frühen Pass ein und verfehlte später einen Kopfball aus kurzer Distanz. Nach Gnabrys Auswechslung zur Halbzeit ging das 23‑jährige Kapitänsbinde an Wirtz über.
Tom Bischof, nach seiner Debüt‑Einbindung 16 Monate später wieder im A‑Kader, verwandelte scharf nach Wirtzs Pfostentreffer, bedrohte das serbische Tor aus der Distanz vor der Pause und verknüpfte konsequent Serbiens Mittelfeld mit Deutschlands Abwehr. Frisch von einem weiteren erfolgreichen U21‑Aufenthalt, bewies der flinke Bischof, dass er regelmäßig im Kader stehen sollte.
Aleksandar Pavlovic, der als einziger defensiver No 6 agierte, sammelte außergewöhnliche 148 Ballkontakte. Er leitete die Eröffnungs‑Torschlussszene mit dem Pass zu Wirtz ein, bedrohte das serbische Tor mehrfach und organisierte Deutschlands erste Phase, indem er die Struktur für Bischofs Laufwege und Wirtzs Kreativität bereitstellte.
Defensive und Flächenbeiträge
Maximilian Mittelstädt, der überraschende Startelfspieler auf Linksverteidiger, absolvierte volle 90 Minuten trotz gelegentlicher schwacher Zweikämpfe und unpräziser Flanken. Er verzeichnete 106 Ballkontakte, absolvierte 92 Prozent von 72 Pässen, kreierte drei Chancen und erzielte eine erwartete Vorlage von 0,37. Sein entscheidender Beitrag kam, als er nach vorne zog und die Vorlage für Wirtzs zweites Tor lieferte.
Philipp Treu, der Rechtsverteidiger von Freiburg, war ebenfalls die gesamte Spielzeit im Einsatz. Er kreierte vier Schussgelegenheiten im Wert von 0,66 erwarteter Vorlage, absolvierte 94 Prozent von 68 Pässen und gewann 75 Prozent seiner acht Duelle, ohne ein Foul zu begehen. Sein kopfballgestütztes Lay‑off bereitete Pavlovic für Deutschlands ersten Schuss in der achten Minute vor, und ein präziser Pass später brachte Nick Woltemade in eine gefährliche Position.
Unterschätzte Akteure im Rampenlicht
Die Nach‑Spiel‑Diskussion konzentrierte sich natürlich auf Wirtz, Bischof und Pavlovic, doch die hier hervorgehobenen fünf Spieler – Mittelstädt, Treu und die drei Mittelfeldspieler – lieferten jeweils Leistungen, die mehr Anerkennung verdient hätten. Ihre kombinierte Arbeitsrate, technische Ausführung und taktische Disziplin bildeten das Fundament für Deutschlands erste überzeugende Vorstellung unter Klopp.
Klopps Mannschaft wird nun versuchen, auf diesem Fundament aufzubauen, wobei die hervorgehobenen Akteure einen Leitfaden für den aggressiven, kollektiven Fußball bieten, den der deutsche Cheftrainer versprochen hat.