Bundesliga
Karriere fahrt löst Jürgen klopps sensations‑Nominierung
Während Jürgen Klopp bei seiner ersten Pressekonferenz betonte, dass er die Karten im deutschen Nationalteam komplett neu mischt, überrascht er mit der Nominierung des 23‑jährigen Felix Keidel – ein Schritt, der sowohl die bisherige Auswahlkritik adressiert als auch die rasante Aufstiegsstory des Spielers beleuchtet.
Neue Auswahlkriterien
Klopp, 59, erklärte, dass nur eine Handvoll Spieler ihren Platz im DFB‑Team sicher haben und dass Leistung, Form und Arbeitsmoral künftig die entscheidenden Faktoren seien. Er nannte dabei eine imaginäre Liste von 57 Spielern, aus der er für die ersten Nations‑League‑Spiele schöpfen wolle, ohne jedoch Namen zu nennen.
Die Ankündigung war von Anfang an als kleine Sensation zu werten, weil sie Spieler ohne bisherige Berührungspunkte mit der Nationalelf einbezog. Damit soll die anhaltende Baustelle, die seit drei missglückten Weltmeisterschaften das Team belastet, endlich adressiert werden.
Keidels Profil
Am späten Dienstagabend berichtete die ‑Zeitung, dass der 23‑jährige Felix Keidel von der SV Elversberg eine Einladung vom Bundestrainer erhalten habe; ein Tag später bestätigte der die Meldung. Die Nominierung gilt als faustdicke Überraschung, da Keidel bislang nur drei Einsätze in der Bundesliga vorweisen kann.
Keidel begann 2012 in der A‑Jugend des FC Ingolstadt, durchlief sämtliche U‑Mannschaften und wurde im Sommer 2022 zum Profispieler befördert. In der 3. Liga sammelte er 37 Einsätze, erzielte ein Tor und gab vier Vorlagen.
2025 wechselte er für eine Ablösesumme von 400 000 Euro zur SV Elversberg, die nach einem knappen Aufstieg gegen den 1. FC Heidenheim in der 2. Liga stand. Trainer Vincent Wagner machte ihn sofort zum Stammspieler; Keidel absolvierte 25 Einsätze, davon 13 in der Startelf, und trug maßgeblich zum Aufstieg in die Bundesliga bei.
In der höchsten deutschen Spielklasse trat Keidel in drei Partien gegen Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und Bayern München auf, wobei er gegen die Bayern ein Tor erzielte. Zusätzlich lieferte er im DFB‑Pokal gegen den MSV Duisburg zwei Vorlagen.
Klopp schätzt Keidels unglaubliche Vielseitigkeit und sieht ihn vor allem als Rechtsverteidiger im Nationalteam, wo seit dem Rücktritt von Philipp Lahm und der Umstellung von Joshua Kimmich keine überzeugende Option mehr existierte. Die bisherige Suche nach einer stabilen Lösung für diese Position war bei Hansi Flick und Julian Nagelsmann erfolglos – Keidels Einsatz könnte nun die langjährige Baustelle im Team lösen.