Jürgen Klopp verurteilt rassistische Hetze im Internet nach schwacher Nations‑League‑Bilanz
Im Flur des DFB‑Zentrums, während das Licht der Pressesprecher flackerte, stellte Jürgen Klopp die Frage, die ihm seit dem Nations‑League‑Start im Nacken sitzt: Wie soll ein Team, das gerade ein mageres 1:1 gegen die Niederlande und ein 0:1 gegen Griechenland kassiert hat, mit rassistischen Beschimpfungen im Internet umgehen?
Klopp verurteilt Hass im Netz
Der 59‑jährige Deutsche bezeichnete die rassistischen Äußerungen in den sozialen Medien als „Unsinn“ und „Dummheit“. Auf der Pressekonferenz erklärte er, es gebe „absolut keinen Grund, diesen Leuten Beachtung zu schenken“ und dass er im normalen Leben „für Dummheit wenig Zeit“ habe.
Der Job des Bundestrainers
Der Job als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft bringe naturgemäß Druck mit sich, erklärte Klopp. Dieser Druck werde durch die aktuelle Form des Teams noch verstärkt, das mit einem mageren 1:1 gegen die Niederlande in die Nations League gestartet sei und am zweiten Spieltag ein ernüchterndes 0:1 zu Hause gegen Griechenland verkraftet habe.
Internet als Plattform für Hetze
Klopp kritisierte, dass das Internet allen eine Plattform gebe: „Früher musste man einen Lesebrief schreiben, heute hauen die Leute Sachen raus, da habe ich noch gar nicht angefangen zu denken.“ Er bezeichnete diese Entwicklung als „Wahnsinn“.
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Frank Hoermann und Sven Simo, die das Bildmaterial bereitstellten, betonten, dass Klopp nicht nur sportliche, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung trage. Der Trainer forderte, dass die Mannschaft den Nationalstolz von „den falschen Leuten“ zurückerobere.
Nach der Niederlage gegen Griechenland am vergangenen Sonntag fluteten soziale Netzwerke mit rassistischen und beleidigenden Hasskommentaren. Auch Abgeordnete der Alternative für Deutschland kritisierten die ethnische Zusammensetzung des Teams wiederholt, bezeichneten die Mannschaft als „politisch korrekte Söldnertruppe“.
Klopp erinnerte daran, dass im Trainingslager bereits Spieler mit Migrationshintergrund einbezogen wurden und dass „sie nicht geeinter sein könnten, als sie es sind“. Er sah in der Sportkabine ein Vorbild für gegenseitigen Respekt, das die Welt von anderen Bereichen übernehmen könne.