Jürgen Klopp setzt auf 44 Spielern – ein Experiment für die Nationalelf
Während die deutsche Nationalmannschaft seit Monaten in einer sportlichen Flaute steckt, startet neuer Bundestrainer Jürgen Klopp mit einem ungewöhnlichen Experiment: Er nominiert 44 Spieler auf zwei fast getrennte Kader, um die Spielart der DFB‑Elf neu zu definieren. Gleichzeitig bleibt Joshua Kimmich vorerst Kapitän, was die Erwartungshaltung an das Team weiter anheizt.
Ein XXL‑Kader als Testfeld
Klopp, 59 Jahre alt, hat über 50 potenzielle Kandidaten auf seiner Liste, von denen er für die anstehende Länderspielphase exakt 44 auswählt. Die beiden Kader unterscheiden sich stark: Einer für die Partien in den Niederlanden und gegen Griechenland, ein anderer für das Spiel gegen Serbien und das zweite Aufeinandertreffen mit Griechenland. Damit soll er erkennen, wer sich wirklich beweisen kann und welche Spieler zur neuen Spielidee passen.
Wer steht im Fokus?
Ein fester Kern aus etablierten Nationalspielern bleibt erhalten – Joshua Kimmich, Florian Wirtz und Serge Gnabry bilden das Rückgrat. Zusätzlich werden Kimmich, Gnabry, Jamal Musiala und Kai Havertz für die Spiele in den Niederlanden und gegen Griechenland eingesetzt. Wirtz, Aleksandar Pavlović und mehrere Neulinge kommen dagegen gegen Serbien und im zweiten Griechenland‑Match zum Einsatz.
Klops Vision und taktische Vorgaben
Der Trainer betont, dass die neue Art des defensiven Spiels im Vordergrund steht: ein ballorientiertes, aggressives Verteidigen, das Überzahl in Ballnähe schaffen soll. Da dies viel Laufaufwand erfordert, passen junge Kader mit einem Altersdurchschnitt von rund 24 bis 25 Jahren gut in das Konzept. Beispiele aus der Bundesliga, wie die TSG Hoffenheim mit Bambasé Conté oder der VfB Stuttgart mit Finn Jeltsch, Maxi Mittelstädt, Josha Vagnoman und Chris Führich, illustrieren die mannorientierte Verteidigung, die Klopp herausfordern will.
„Wir lernen, Spaß unter Druck zu haben. Wenn Druck da ist, dann geht es um was“, sagte Klopp am Donnerstag nach einem Gespräch mit Felix Keidel, einem defensiven Allrounder, den er ebenfalls berufen hat. „Die Jungs sind für das, was wir mit ihnen machen, weit genug“, ergänzte er und betonte, dass die Spieler ihr Potenzial und ihre Qualität in jedem Einsatz zeigen sollen.
Auf die Frage nach Kimmichs Rolle als Kapitän antwortete Klopp: „Wir müssen uns auf eine neue Art Fußball einstellen. Wir haben taktische Themen, die wir zügig angehen müssen. Stabilität kommt nur von der Defensive. Ich erwarte, dass er sein Potenzial und seine Qualität jedes Mal einbringt.“ Damit unterstreicht er, dass die defensive Umstellung ein zentrales Element seiner neuen Spielart sein wird.