Jürgen Klopp holt 28‑jährigen Vitaly Janelt aus Ahrensburg in den DFB‑Kader
Vitaly Janelts Karriere erreicht einen neuen Höhepunkt: Bundestrainer Jürgen Klopp berief den 28‑jährigen Defensive Midfielder in den DFB‑Kader, wo er am Donnerstag im Nations‑League‑Spiel gegen Serbien sein Debüt geben könnte.
Frühe Jahre und lokaler Stolz
Aus Ahrensburg im schleswig‑holsteinischen Raum stieg Janelt zunächst beim SSC Hagen Ahrensburg auf. Das Trainerteam gestaltete damals Autogrammkarten mit einem Foto des elfjährigen Vitaly, dessen Lieblingsessen Pommes und Vorbild Cristiano Ronaldo waren. Der ehemalige Jugendtrainer Andreas Richter bewahrte diese Karten als besonderes Andenken.
Durchbruch bei Brentford und Aufstieg in die Nationalmannschaft
Nach Stationen beim HSV‑Nachwuchs und einem kurzen Aufenthalt beim VfL Bochum wechselte Janelt 2020 zum FC Brentford. Dort half er dem Club, in die Premier League aufzusteigen, und wurde zu einer Säule des Teams, indem er 166 Premier‑League‑Spiele absolvierte.
Richter erinnert sich, dass Janelt bereits in jungen Jahren viele Tore geschossen und Gegenspieler gebunden habe. Er beschrieb den jungen Spieler als den „Unterschiedsspieler“, der das Team in der Kreisliga‑Meisterschaft und weiteren Titeln zwei Jahre lang dominierte.
Polzin sieht Chance im Neuzugang trotz Ausfällen beim HSV
Der 28‑jährige Janelt sieht sich heute als „Sechser“, der die Drecksarbeit erledigt, den Rücken seiner Mitspieler freihält und viel kommuniziert. In einer Medienrunde beim DFB in Herzogenaurach betonte er, dass er sowohl physisch stark als auch balltechnisch versiert sei.
Scouts des Hamburger SV entdeckten sein Talent bereits im Alter von 14 Jahren, woraufhin er in das Nachwuchsleistungszentrum des HSV wechselte. Der damalige Nachwuchskoordinator Bastian Reinhardt, im Gespräch mit dem NDR, lobte Janelts starken linken Fuß und seine Bissigkeit in Zweikämpfen.
Obwohl Janelt die DFB‑Nachwuchsteams durchlief und 2012 mit der U‑21‑Mannschaft die Europameisterschaft gewann, dauerte es bis zu seinem 28. Lebensjahr, bis er die Einladung ins A‑Nationalteam erhielt. „Das war wahrscheinlich meine letzte Chance, bei einer EM oder WM dabei zu sein“, sagte er.
In Ahrensburg blickt man mit Stolz auf den Weg ihres ehemaligen Spielers. Vereinspräsident Günter Feigl betonte, dass nur drei Prozent der Jugendspieler überhaupt Profi werden und er sich zwar einen Bundesliga‑Aufstieg vorstellen konnte, aber eine Nationalmannschaftskarriere nicht.