HSV setzt auf Polzin trotz kritischer Winde nach Fehlstart
Nach einem miserablen Saisonstart mit null Punkten aus drei Spielen hat der Hamburger SV den Trainer Merlin Polzin nicht entlassen, sondern ihm einen neuen Vertrag zugesichert. Das darauffolgende 2:1‑Ergebnis gegen den 1. FC Köln soll belegen, warum die Vereinsführung weiterhin auf ihn setzt.
Verlängerung trotz Fehlstart
Die Vorstände Kathleen Krüger und Eric Huwer boten Polzin einen langfristigen Vertrag an, weil er in den vergangenen zwei Spielzeiten den Aufstieg und das Verbleiben in der Liga gesichert hatte. Die Entscheidung beruhte nicht auf den drei Niederlagen, sondern auf den erreichten Zielen. Damit soll Polzin langfristig an den Klub gebunden werden.
Die allgemeine Überraschung und Ablehnung der Vertragsverlängerung war in den sozialen Medien deutlich spürbar. Auf den offiziellen Kanälen, auch in der Vereins‑App, wurden kritische Stimmen laut, die nach nur 0:12 Toren und null Punkten in drei Spielen laut wurden. Die Art der Kritik richtete sich vor allem an die fehlende Ergebnis‑Sicherheit.
Erste Saisonsiege und neue Energie
Am Samstagnachmittag führte der HSV ein 2:1 gegen den 1. FC Köln und beendete damit die Durststrecke. Nach dem Sieg äußerte Polzin: „Es gab Stimmen, die uns irritiert haben.“ Er nutzte die Gelegenheit, um sich beim Arbeitgeber für die neue Unternehmenskultur zu bedanken.
Polzin sieht Chance im Neuzugang trotz Ausfällen beim HSV
Kathleen Krüger betonte: „Wir sind kein Fähnlein im Wind, unser Bewertungszeitraum beginnt mit dem Amtsantritt.“ Sie erklärte, dass die Vertragsverlängerung am Freitag das Ergebnis wochenlanger Verhandlungen war und kein reines Signal für Rückenwind.
Taktische Anpassungen nach Leipzig
Nach einer 0:5‑Niederlage in Leipzig stellte Polzin die Mannschaft defensiver auf und zog sie etwas weiter zurück. Diese zunächst passive Lösung wurde bereits von Torwart Daniel Heuer Fernandes nach dem 0:5 gegen den 1. FSV Mainz 05 angedeutet. Die Veränderung brachte mehr Sicherheit im eigenen Strafraum.
Die zuvor von Luka Vuskovic ausgehende Energie musste ersetzt werden, nachdem Vuskovic zu Brighton gewechselt war. Im Mittelfeld teilten sich nun Verteidiger Nicolás Capaldo und der eingewechselte Stürmer Yussuf Poulsen die Verantwortung. Capaldo nutzte seine Form, um in der 44. Minute nach einem Eckstoß Albert Grønbæk das Tor zu erzielen.
Kurz nach der Pause kombinierte Poulsen mit David Møller Wolfe und ließ Grønbæk in der 50. Minute zum Ausgleich treffen. Der Anschluss von Ragnar Ache in der 90. Minute kam zu spät, um das Ergebnis zu ändern. Poulsen kommentierte später: „Wie letztes Jahr sind wir wieder eine neue Mannschaft. Es dauert, bis man sich kennengelernt hat.“