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Hertha BSC startet Mini‑PSG‑Effekt und führt nach sechs Siegen

🇩🇪 Von 4AllFootball ·
Hertha BSC startet Mini‑PSG‑Effekt und führt nach sechs Siegen

Im Olympiastadion hallt das Aufheulen der Berliner, während Hertha BSC nach sechs Siegen die Tabellenführung der 2. Bundesliga festigt. Der Klub, der vor der Saison noch als große Unbekannte galt, zeigt jetzt einen Hauch von PSG‑Flair und beweist, dass Fußball mehr als nur Geld bedeutet.

Finanzielle Notlage zwingt zu Verkäufen

Nach dem Abstieg 2023 musste Hertha BSC seine hohen Gehaltsbilanzen reduzieren und verkaufte mehrere Top‑Stars. Fabian Reese wechselte zum VfL Wolfsburg, Torhüter Tjark Ernst zu Feyenoord Rotterdam und Michael Cuisance zu RC Lens, was zusammen 16,5 Millionen Euro an Ablösesummen einbrachte. Zusätzlich wurden Kennet Eichhorn an Bayer Leverkusen und Offensivspieler Marten Winkler an RSC Anderlecht veräußert, sodass die Sommer‑Einnahmen fast 30 Millionen Euro erreichten.

Durch die Verkäufe sparte Hertha nicht nur Ablösesummen, sondern auch die hohen Gehälter von Spielern wie Michal Karbownik, der frei zu Basaksehir wechselte, und Diego Demme, der seine Karriere beendete. Nur zwei Wochen vor Saisonbeginn stand der Klub ohne Neuzugang da – ein seltener Zustand für einen der 36 deutschen Erst‑ und Zweitligisten.

„Wir müssen daran glauben, dass die Strategie greift. Dieser Verein hat es verdient, dass wir es seriös und solide machen“, betonte Geschäftsführer Dr. Peter Görlich und forderte Geduld von den Fans.

Herthas neuer Spielstil begeistert

Trainer Stefan Leitl erklärte, dass das Team nun eine neue, mutigere Spielweise implementiert habe. „Wir spielen intensiv, treten dazu auch fußballerisch gut auf. Wir sind mutig, wir sind dominant“, sagte er der. Das Konzept setzt auf hochintensives, Mann‑gegen‑Mann‑Pressing, aggressives Pressing und direkte Angriffe nach Ballgewinnen.

Innenverteidiger Niklas Kolbe bestätigte, dass die Taktik zu ihm passe: „Die Spielweise passt sehr gut zu mir, weil ich viel über die Geschwindigkeit komme.“ Im Abwehrzentrum bildet er zusammen mit Eigengewächs Linus Gechter ein erstklassiges Duo, das das neue System optimal nutzt.

Erfolgreicher Saisonstart trotz Skepsis

Entgegen der weit verbreiteten Skepsis, ob Hertha den Qualitätsverlust ausgleichen könne, steht der Klub als einziger Zweitligist ohne Punktverlust an der Tabellenspitze. Mit sechs Siegen aus den ersten sechs Spielen haben die Berliner einen Vorsprung von sieben Punkten auf den Abstiegskandidaten Wolfsburg und ein kleines Polster auf Platz vier.

Der „Mini‑PSG‑Effekt“, den die Berliner selbst so nennen, wirkt bislang wie ein Momentaufnahme, doch er zeigt, dass ein finanziell eingeschlagener Klub mit der richtigen Spielphilosophie und mutiger Führung durchaus an die Spitze gelangen kann.

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