Helmer kritisiert Klopps unklare Linie beim Umgang mit Kimmich
Thomas Helmer äußert nach dem missglückten Start von Jürgen Klopp als Bundestrainer deutliche Zweifel an der strategischen Ausrichtung des DFB-Teams. Besonders kritisiert er den Umgang mit Kapitän Joshua Kimmich, den Klopp vor dem Heimspiel in München nach Hause schickte, obwohl der Bayern‑Star als zentrale Figur gilt.
Entscheidung gegen Kimmich wirft Fragen auf
Helmer fragt: „Wenn Jürgen Klopp Joshua Kimmich die Kapitänsbinde lässt und weiter auf ihn baut, warum schickt er ihn dann ausgerechnet vor seinem Heimspiel in München nach Hause?“. Der ehemalige Europameister von 1996 betont, dass er die Entscheidung nicht nachvollziehen könne und sie für Unverständnis sorge.
Fehlende klare Spielidee laut Helmer
Der Ex‑Nationalspieler bemängelt, dass die Mannschaft bislang keine klare Linie entwickelt habe. „Die Jungs haben noch nicht verinnerlicht, was Jürgen ihnen mitgeben will“, erklärt Helmer. Er verweist zudem auf die Niederlage gegen Griechenland (0:1 in Augsburg) und bemerkt, dass er dort „überhaupt keinen Fortschritt zur WM gesehen“ habe.
Strukturelle Schwächen und fehlende Achse
Helmer kritisiert das Fehlen einer stabilen Achse von Torwart über Innenverteidigung bis zum Angriff. Er erinnert daran, dass Klopp bereits bei seiner ersten Kaderplanung von „Stabilität und einer Achse“ gesprochen habe. Zudem sieht Helmer kaum Anzeichen für das von ihm erwartete Tempo‑Fußball, obwohl Deutschland über schnelle Spieler verfüge.
Joshua Kimmich wirke nach dem enttäuschenden Auftritt und der anschließenden Abreise nicht begeistert, so Helmer. Trotz hoher Belastung wirke der Bayern‑Star nicht überspielt, weshalb Helmer erwartet habe, dass Klopp ihn gerade in München einsetzt.
Thomas Helmer fordert jedoch Geduld. Er erkennt an, dass Klopp „wirklich alles“ versuche, aber nicht „alles auf einmal“ verändern könne. Der Fokus müsse nun stärker von den Spielern kommen, um die angestrebte Entwicklung zu realisieren.
Das Foto zu Helmers Kritik stammt von Alexander Hassenstein, das zeigt Helmer nach dem kritischen Start von Jürgen Klopp als Bundestrainer.