Heavy Metal als Leitmotiv – Rangnicks ÖFB-Team drängt Israel in Linz
In der Stahlstadt Linz hallte das Dröhnen von Heavy‑Metal‑Gitarren über das Stadion, während das ÖFB‑Team von Ralf Rangnick gegen Israel antrat. Das Spiel begann laut, die Spieler schnappten nach dem Ball, und am Ende sicherten Saša Kalajdžić und Phillipp Mwene den Sieg.
Gegen den Ball schepperte es, wie vom Teamchef gewünscht, und alte Schwächen traten in der Überzahl zutage. Derzeit ist das Lieblingswort des Trainers 'scheppern', gefolgt von 'Heavy Metal', was die Wahl des Austragungsortes in Linz erklärt. Rangnick wollte die einstige Intensität wiederfinden, die bei der WM gefehlt hatte. Wenn Ralf Rangnick ein Lieblingswort hat, hört man es im österreichischen Fußball verlässlich.
Intensität und taktische Vorgaben
Rangnick sah seinen Hauptauftrag beim 3:1‑Start in der Nations League erfüllt: Das Team biss wieder fester zu, besonders die Doppelsechs Nicolas Seiwald und Xaver Schlager kontrollierten das Spiel stärker. "Sicher war es noch nicht das allerhöchste Niveau", erklärte er und führte das auf die kurze Trainingszeit zurück. "Gegen den Ball haben wir klar besser gespielt als bei der WM", betonte der Teamchef, der mit dem Energielevel "absolut zufrieden" war.
Israel gelang erst in der 55. Minute das Ausgleichstor: Saied Abu Farchi köpfte nach einer Flanke zum 1:1. Kurz darauf musste er das Spielfeld verlassen, nachdem er seine Freude mit einer Gelb‑Rot‑Karte bestritt. Damit endete sein Einsatz, und das Team von Israel blieb danach torlos.
Die Überzahl offenbarte ein seit dem Mesozoikum begleitendes Problem: Im Offensivspiel fehlten kreative Kombinationen gegen die kompakte Fünferkette. Statt eines Heavy‑Metal‑Powerplays dominierte eher "Kuschelrock", wobei Paul Wanner nach der Pause zur Bassgitarre griff. Flanken wurden zum Plan A, B und C, wobei Seiwald bemängelte, dass die Box‑Besetzung anfangs fehlte und Kalajdžić im Strafraum einsam war, was sich jedoch von Minute zu Minute besserte.
In der 90. Minute brach schließlich die Traumflanke von Paul Wanner auf Phillipp Mwene durch. Mwene sprintete aus der Verteidigung, traf den ballhohen Pass mit dem Knie und erzielte sein erstes Tor für das Team. "Ich bin kein Torjäger, ich weiß nicht, ob ich es technisch richtig gemacht habe – aber es hat funktioniert", sagte er nach dem Treffer. Kurz darauf, nach einer Vorlage von Christoph Lang, traf Saša Kalajdžić im Finish den Schlussball zum 3:1.
Teamstimmen und Ausblick
Patrick Wimmer kommentierte die Umbaumaßnahmen: "Wir haben eine richtig umgebaute Mannschaft, natürlich rennt da nicht gleich alles von Anfang an." Mwene fügte hinzu: "Es hat nicht alles funktioniert, aber man hat wieder unser Gesicht gesehen." Er betonte, dass das Team zwei Tage intensiv trainiert habe, mehr als üblich vor einem Spiel, und kündigte an, dass dies so weitergehe. Co‑Debütant Christoph Lang berichtete von einem "anderen Wind" unter Rangnick.
Rangnick blickt bereits auf das nächste Duell gegen den Kosovo am kommenden Sonntag um 18 Uhr im Ernst‑Happel‑Stadion. Dort erwarten ihn mehr Gastfans und ein stärkerer Gegner, nachdem Franco Fodas Team Irland mit 1:0 besiegt hatte. "Das wird ein anderes Spiel, wir wollen dominant sein", sagte Nicolas Seiwald. Rangnick ergänzte, dass er sich mit seinem Vorgänger, dem früheren ÖFB‑Teamchef, sehr gut verstehe und ihn als äußerst sympathisch empfinde.