Bundesliga
Gladbach‑Kapitän fordert weniger TikTok, Team rutscht in Keller
Während Borussia Mönchengladbach am zweiten Bundesliga‑Spieltag bereits in einer handfesten Krise steckt, nutzt Kapitän Tim Kleindienst das Niederlagen‑Erlebnis, um seine Mitspieler zu einem radikalen Medien‑Verzicht aufzurufen. Die Fohlen liegen nach der 3:4‑Niederlage ohne Punkt und mit sieben Gegentoren im Tabellenkeller.
Christian Verheyen/GettyImages Das Horror‑Szenario vom Niederrhein ist perfekt. Das Team von Cheftrainer Eugen Polanski vergeigte gegen den Liganeuling SV Elversberg trotz einer komfortablen 3:1‑Führung die sicher geglaubten drei Punkte und stand nach einem unfassbaren defensiven Einbruch am Ende mit einer 3:4‑Niederlage da. Nach der Auftaktpleite bei RB Leipzig (0:3) stehen die Fohlen nun mit null Punkten und sieben Gegentoren im Tabellenkeller.
Kapitäneinschätzung und TikTok‑Aufruf
Gladbach‑Kapitän Tim Kleindienst, 31, ließ nach dem Schlusspfiff am ZDF‑Mikrofon keine Gnade an die jungen Mitspieler heran. „Wir sollten mal schleunigst unseren Fokus so hochfahren, dass er auch 90 Minuten hält“, wetterte er und fügte hinzu: „Keine Ahnung, woran es liegt. Weniger TikTok gucken oder was weiß ich, ist mir eigentlich wurscht, was sie machen.“ Er richtete sich damit besonders an Startelf‑Debütant Mathieu Nguefack (18) und Wael Mohya (17).
Der Stürmer, der noch von einer schweren Knieverletzung aus der Vorsaison zurückkämpft und auf seinen ersten Saisontreffer wartet, kritisierte die Schlussphase als „die größte Gülle, die wir da zusammengespielt haben“. „Einfach den Ball von mir aus aufs Tribünendach ballern, aber halt nicht, wie wir es gemacht haben“, monierte er und forderte absolute Grundtugenden.
Reaktionen und Ausblick
Sky‑Experte Dietmar Hamann bewertete Kleindiensts umstrittenen Einwurf‑Trick als grobe Unsportlichkeit: „Er weiß hundertprozentig, dass er den Ball ins Aus spielt. Für mich ist das keine Unsportlichkeit, sondern eine grobe Unsportlichkeit!“. Der Kommentar löste heftige Diskussionen aus.
Sportchef Rouven Schröder mahnte: „Es ist wichtig, klar zu bleiben und nicht nach zwei Spieltagen alles in Schutt und Asche zu legen.“ Nach den deftigen Worten seines Kapitäns dürfte das jedoch schwer werden.
Für Polanski und die Gladbacher wird die anstehende Auswärtsreise zum SC Freiburg nun zum Schicksalsspiel. Ein positiver Auftritt könnte die Nerven der Fohlen wieder stabilisieren und den Abstieg abwenden.