Bundesliga
Fußballs Trainer-Ikone Peter Hermann stirbt mit 74 – Bundesliga trauert
Peter Hermann, die über Jahrzehnte prägende Trainer‑Ikone der Bundesliga, ist am Samstag im Alter von 74 Jahren nach einem langen Kampf gegen die Nervenkrankheit ALS verstorben. Sein Tod löst Trauer nicht nur in München, Dortmund und Leverkusen aus, sondern im gesamten deutschen Fußball.
Kovac reagiert mit Tränen
Als BVB‑Trainer Niko Kovac vom Tod seines langjährigen Weggefährten erfuhr, kämpfte er vor laufenden Kameras mit den Tränen. „Mir bleibt die Luft weg“, sagte er sichtlich berührt und fügte hinzu: „Ich bin tieftraurig, ein toller Mensch hat uns verlassen.“ Noch vor ein, zwei Monaten habe er versucht, mit Hermann zu sprechen, doch die Krankheit ließ dies nicht mehr zu.
Erinnerungen und Abschied
Kovac, selbst ehemaliger Leverkusener Profi und später Bayern‑Co‑Trainer, erlebte den „ewigen Co‑Trainer“ hautnah. Hermann war damals die rechte Hand von Jupp Heynckes beim historischen Münchner Triple im Jahr 2013, ein Triumph, den er selbst als unverzichtbaren Teil des Trainerteams bezeichnete.
Im März 2025 erklärte Hermann im WDR‑Podcast „Einfach Fußball“, dass er dem Fußball alles zu verdanken habe. Bereits damals war seine Stimme von der ALS beeinträchtigt, und die Krankheit zwang ihn schließlich in den Rollstuhl.
Bayern‑Präsident Herbert Hainer drückte sein tiefes Mitgefühl gegenüber der Familie und den vielen Weggefährten aus. Leverkusens Geschäftsführer Simon Rolfes bezeichnete Hermann als „eine ganz große Persönlichkeit des deutschen Fußballs“ und betonte, dass er für den Klub wie wenige andere stehe.
Hermann verbrachte die längste Zeit seiner Karriere beim FC Bayern – zunächst als Spieler von 1976 bis 1984 und ab 1989 immer wieder als Trainer. Neben Bayern, Leverkusen, München gehörten auch 1. FC Nürnberg, Schalke 04, Hamburger SV und Borussia Dortmund zu seinen Stationen. Seine letzte Tätigkeit war beim BVB unter Chefcoach Edin Terzic, wo er am 7. Dezember 2022 aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere beendete.
Der Deutsche Fußball‑Bund würdigte Hermann als hochgeschätzten Menschen, der durch Kompetenz und charakterliche Integrität den deutschen Fußball prägte, ohne im Rampenlicht zu stehen. Bayer Leverkusen kündigte an, im kommenden Bundesliga‑Spiel gegen RB Leipzig ein Trauerflor zu tragen und vor dem Anpfiff eine Gedenkminute abzuhalten.