Fußball Sammer macht DFB ein Angebot für Nachwuchskonzept
Im Rahmen der Veranstaltung „Sky Sport Impuls“ versammelten sich am Abend mehrere Führungskräfte des deutschen Fußballs, um über die Nachwuchsförderung zu diskutieren. Dabei stellte Matthias Sammer, 59‑jähriger Berater von Borussia Dortmund, dem DFB ein persönliches Angebot vor, künftig als Ansprechpartner für die Grundlagenthemen zu fungieren.
Podiumsdiskussion bei Sky Sport Impuls
Das zentrale Thema der Runde lautete: „Viel Talent, wenig Weltklasse – wie gut bilden wir aus?“. Die Diskussion sollte Antworten auf die Frage geben, warum im deutschen Fußball trotz hoher Talentdichte die Spitzenklasse fehlt. Vertreter von Sky betonten, dass das Gespräch ein wichtiges Signal für die Notwendigkeit eines klaren Konzeptes sei.
Manuel Baum, Cheftrainer des FC Augsburg, brachte seine Sicht aus der Praxis ein und sprach über die täglichen Herausforderungen im Trainingsalltag. Joti Chatzialexiou, Sportvorstand des 1. FC Nürnberg, ergänzte die Debatte um strategische Aspekte der Vereinsführung. Beide betonten, dass ein stärkerer Sport‑Ansatz nötig sei, um die vorhandenen Potenziale zu nutzen.
Matthias Sammer, der seit mehreren Jahren als Berater bei Borussia Dortmund tätig ist, kritisierte die aktuelle Ausrichtung des DFB scharf. Er verwies darauf, dass im deutschen Fußball die „deutschen Tugenden“ vernachlässigt würden und forderte ein Umdenken bei den Grundprinzipien. Sammer betonte, dass das Land nicht mehr mutig genug sei und stattdessen immer mehr zu „Feiglingen“ verweise.
„Jetzt kommt Deutschland und sagt, wir müssen die Stärken stärken. Ich sage: Völlig falsch! Wir müssen die Schwächen schwächen, das macht die größten Schritte“, erklärte Sammer nachdrücklich. Er warnte zudem davor, fremde Modelle zu kopieren, weil „die beste Kopie immer noch schlechter als das Original“ sei.
Der 59‑jährige Sammer wartete „sehnsüchtig auf Per Mertesacker“, den er als potenziellen neuen Sport‑Geschäftsführer des DFB sah. Er erwartete von ihm klare Richtlinien und ein mutiges Vorgehen, um die „Feiglinge“ zu überwinden und ein funktionierendes Konzept zu etablieren.
Sammer bietet DFB seine Unterstützung an
Im Anschluss an die Diskussion machte Sammer dem DFB ein konkretes Angebot: Er stehe jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung und könne jederzeit Inhalte liefern. „Wenn jemand glaubt, dass das gut sein könnte, kann er mich immer fragen. Dann kriegt er immer eine Antwort“, betonte er. Sammer forderte die Verantwortlichen auf, ihre Angst abzulegen, um einen konstruktiven Dialog zu ermöglichen.
Die Aussage von Sammer unterstreicht die Dringlichkeit, im deutschen Fußball ein einheitliches Konzept zu entwickeln, das sowohl die Grundlagen als auch die kreativen Freiräume berücksichtigt. Ohne ein solches Leitbild bleibt die Diskrepanz zwischen Talent und Weltklasse bestehen.