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Von Balljunge in San Siro zu Marescas Nachfolger in Etihad: Enzos Aufstieg
Mit elf Jahren stand Enzo Maresca 1991 als Balljunge auf dem San Siro Platz und beobachtete, wie Paolo Maldini und Franco Baresi die Abwehr der Rossoneri bewachten, während Ruud Gullit und Marco van Basten im Mittelfeld die Gegner dominierten.
Die Mailänder Mannschaft dieser Ära bleibt eine der größten der Geschichte, die unter Arrigo Sacchi und Fabio Capello vier Serie-A-Titel, einen Champions-League-Sieg, drei UEFA Super Cups, einen Intercontinental Cup sowie drei italienische Supercups holte. Maresca hat oft auf diese prägenden Jahre zurückgeblickt und erinnerte sich an das niederländische Trio Gullit, van Basten und Frank Rijkaard als Rückgrat einer Mannschaft, die Italien und Europa dominierte.
„Mit Ruud Gullit, Marco van Basten, Frank Rijkaard – den drei niederländischen Spielern – war AC Mailand ein fantastisches Team. Wahrscheinlich war es in Italien, was Vereine betrifft, das beste Land zu dieser Zeit“, sagte Maresca vor zwei Jahren.
Diese frühen Eindrücke prägten seine eigene Spielphilosophie. Nach seinem Aufstieg durch die Jugendakademie von Mailand sah Maresca, wie Capellos Team 1994 im Europapokal der Landesmeister gegen Barcelona gewann, ein Spiel, das von Johan Cruyff orchestriert wurde. Die Erfahrung hinterließ einen bleibenden Eindruck bei dem jungen Italiener, der diese später in eine Karriere überführte, die ihn durch vier europäische Ligen führte.
Die Bekanntgabe von Manchester City letzte Woche bestätigte den 46-Jährigen als Pep Guardiolas Nachfolger und setzte ihn an die Spitze eines Vereins, der sich auf eine neue Ära vorbereitet. Guardiolas Jahrzehnt am Etihad Stadium prägte das englische Fußballspiel neu, doch Marescas Verbindungen zu City reichen tief durch seine Zeit als Leiter der Akademie und des Elite-Entwicklungsprogramms.
Seine Spielerlaufbahn führte ihn von Griechenland über Spanien, Italien und England, wobei jeder Halt zu einem taktischen Werkzeugkasten beitrug, der ihm nun eine der begehrtesten Rollen im Fußball eingebracht hat. Nach sieben Jahren in den Jugendakademien von Mailand und Cagliari wurde Maresca bei West Bromwich Albion in der zweiten Liga Profi, wo er mit dem damals jungen Graham Potter Fahrgemeinschaften zur Trainingseinheit fuhr.
„Wir haben zusammen gespielt, wir lebten sehr nah beieinander, sodass wir manchmal gemeinsam mit dem Auto zum Trainingsgelände fuhren“, erzählte Maresca dem Medien-Team von Manchester City. „Ich bekomme noch immer Karten von den Fans von West Brom. Das war für mich eine große Sache. Aber ich denke, in dieser Hinsicht erkennen englische Fans generell viel, auch über die Jahre hinweg.“
Seine zwei Jahre auf der Hawthorns brachten zwar begrenzten sportlichen Erfolg, doch das persönliche Wachstum erwies sich als unschätzbar wertvoll. Maresca entwickelte sich zu einem technischen Mittelfeldspieler, bekannt für seine Spielübersicht, Pässe und Torvorlagen – ein Profil, das bald Juventus auf sich aufmerksam machte. Ein vereinsrekordverdächtiger Verkauf für 4,3 Millionen Pfund an Chelsea folgte auf seinen Aufenthalt in Turin, auch wenn seine Zeit dort von Kontroversen überschattet war.
In einem Derby della Mole-Spiel sprang Maresca hoch, um einen Flankenball zu köpfen, und erzielte aus 18 Metern. Seine Feier, bei der er die Hörner eines Stiers nachahmte, richtete sich direkt an den Torino-Stürmer Marco Ferrante, der dieselbe Geste nur Momente zuvor gezeigt hatte. Der Moment verstärkte seine mediale Präsenz und sorgte kurzzeitig für erhöhten Blutdruck bei den Heimfans.
Trotz Rückschlägen, darunter eine dramatische Saison 2000/01, in der Juventus die Meisterschaft nur aufgrund der Tordifferenz verpasste, hielt Marescas Karriere an. Marcello Lippis Führung prägte seine Erfahrung besonders, wobei der Mittelfeldspieler später die Motivationskunst des Trainers lobte.
„In Sachen Motivation und Führung war Marcello Lippi, aus meiner Erfahrung, der Beste. Nur durch Zuhören, Reden war die Motivation erstklassig. Und auch in Sachen Führung“, sagte Maresca 2021.
Ein Wechsel zu Sevilla 2005 brachte ihn in die spanische Primera División, wo er in seiner Debütsaison 29 Partien bestritt und acht Tore erzielte und so eine umherziehende, aber einflussreiche Karriere abrundete, die nun in die Trainerbank von Manchester City mündet.