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JUGEND

De Jong zeigt Geduld im Schweden-Duell

🇳🇱
Frenkie de Jongs Rolle beim 1:1 der Niederlande gegen Schweden bei der WM 2026 hat erneut Debatten über seinen Spielstil entfacht. Der Mittelfeldspieler vollendete laut FIFA-Datenzentrum in 60 Minuten 11 Pässe in die vordere Zone – alle erfolgreich. Seine Leistung stand im krassen Gegensatz zum 1:1 gegen Polen, wo Kritiker seine fehlende offensive Dringlichkeit bemängelten. Kritiker werfen De Jong vor, oft zu lange mit dem Pass zu zögern und lieber Gegner aus der Position zu locken, um Lücken auszunutzen. Nach dem Spiel gegen Schweden sagte er zu den Fernsehsendern: „Ich habe das Gefühl, viele verstehen Fußball nicht. Sie schauen, aber sie sehen nicht. Ich höre Leute sagen, er spielt keine tiefen Pässe. Das stimmt nicht. Sie schauen einfach nicht richtig hin.“ De Jongs Ansatz basiert auf Spielverständnis, Gegnerpositionierung und den Stärken seiner Mitspieler. PSV-Trainer Peter Bosz unterstützte diese Philosophie zu Beginn der Saison: „Bessere und schnellere Angriffe entstehen oft durch geduldigeren Aufbau – so widersprüchlich das klingen mag.“ Bosz bezog sich dabei auf Jerdy Schouten, der bei PSV einen ähnlichen Stil pflegt. Die Probleme der Niederlande gegen defensive Teams wie Polen und Japan zeigten die Grenzen von De Jongs Methode, wenn Gegner nicht mitgehen. Gegen Japan gelangen ihm in 90 Minuten nur 15 Pässe in die vordere Zone, davon 13 erfolgreich – eine Quote von 87 %. Nur Japans Nakamura hatte unter den Mittelfeldspielern eine höhere Quote. De Jongs taktische Intelligenz wurde von Aston Villas Amadou Onana gelobt, der sich an sein Debüt für Belgien gegen die Niederlande erinnerte: „Gegen die Niederlande hat mich Frenkie de Jong demütig gemacht. Ich habe in 45 Minuten gemerkt, wie weit ich noch hinterherhinke.“ Sein Stil ist geprägt von seinen Erfahrungen bei Barcelona, wo er in einem System mit schnellen Kurzpässen und Positionswechseln spielt. Bei die Oranje hingegen setzt das Team auf Breite und Direktspiel, besonders über Rechtsverteidiger Denzel Dumfries. De Jong passt sich an, indem er Pässe verzögert, um Dumfries nicht zu überlasten, der höher agiert. Während der Nations-League-Spiele gegen Spanien im März 2025 blieb die Kritik an De Jong aus. Die beiden Partien waren offen und offensiv geprägt, sodass seine Stärken zur Geltung kamen. Dennoch gab es Momente, in denen direkte Pässe zu Cody Gakpo vielleicht vorteilhafter gewesen wären, etwa nach einem Ballverlust in De Kuip, der zu einem spanischen Führungstor führte. De Jongs Fähigkeit, den Ball unter Druck zu halten, ist in die Oranje unübertroffen. Im Ballbesitz wirkt er wie ein Magnet, versteckt sich selten und spielt den Ball stets zuverlässig zu seinen Mitspielern zurück. Seine 90-prozentige Passquote gegen Schweden unterstrich seine Zuverlässigkeit, auch in einem Spiel, in dem die Niederlande gegen einen kompakt stehenden Gegner kaum durchkamen. Die Debatte über De Jongs Rolle wird anhalten, solange die Niederlande auf tiefstehende Teams treffen. Größere Fußballnationen, die oft initiativ agieren, könnten weniger Probleme mit seinem Stil haben. Wie De Jong vor dem Turnier sagte: „Die besseren Teams graben sich nicht so ein wie Polen.“

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