WM
FIFA steht vor Entscheidung zu Trumps Friedenspreis, Rat tagt in Zürich
FIFA könnte den Friedenspreis, den es US‑Präsident Donald Trump nach nur einem Jahr verliehen hat, aufgeben, nachdem eine Ratssitzung in Zürich die Zukunft des Preises einer intensiven Prüfung unterzogen hat.
Ratssitzungen und neuer Ausschuss
Der FIFA‑Rat traf sich am Donnerstag in Zürich und beschloss, dass sein Ausschuss für Fußball‑Sozialverantwortung künftig die Kriterien für einen jährlichen Friedenspreis festlegen wird. Der ehemalige Inter‑ und Argentinien‑Verteidiger Javier Zanetti wird einen 22‑köpfigen Ausschuss leiten, der beauftragt ist zu prüfen, ob der Preis erhalten bleiben soll und, falls ja, wie politische Empfänger verhindert werden können.
Debbie Hewitt, FIFA‑Vizepräsidentin und Präsidentin des Englischen Fußballverbands, erklärte den Reportern den Ablauf: „Es wurde beschlossen, den Friedenspreis zu prüfen und ihn durch den Sozialausschuss zu leiten. Das war ein weiteres Thema, das aufkam: ob es einen geben sollte, wie die Entscheidung zur Verleihung getroffen wurde und ob es einen weiteren geben sollte. Und diese Fragen werden durch den Sozialausschuss beantwortet.“
Hintergrund und Kritik
Der erste FIFA‑Friedenspreis wurde Donald Trump bei der Auslosung der Weltmeisterschaft in Washington DC im Dezember 2025 überreicht, wobei Präsident Gianni Infantino den US‑Führer in einer von Getty Images festgehaltenen Zeremonie lobte. Der Preis bestand aus einer goldenen Trophäe, einer Medaille und einem Zertifikat, aber das dahinterstehende Abstimmungsverfahren wurde nie offengelegt.
Die Kritik wuchs, nachdem Trump Luftangriffe im Iran angeordnet hatte, was Ratmitglieder dazu veranlasste, die Abschaffung des Preises oder zumindest seine Entpolitisierung zu fordern. Berichten zufolge verlangten mehrere Ratmitglieder, dass der Preis gestrichen wird, während andere eine Überprüfung vor der nächsten Ratssitzung in Doha am 16. Dezember forderten.
Eine endgültige Entscheidung wird erwartet, wenn der Ausschuss für Fußball‑Sozialverantwortung später im Dezember bei der Ratssitzung in Doha zusammentritt. Bis dahin bleibt das Schicksal des Friedenspreises – und ob er jemals wieder verliehen wird – ungewiss.