FC Bayern Rummenigge-Attacke kritisiert Ex‑CEO Hoeneß und Hainer
Karl-Heinz Rummenigge, der ehemalige CEO und jetzt Aufsichtsratsmitglied des FC Bayern, löste mit einem brisanten Interview eine innere Aufruhr aus, indem er Uli Hoeneß und Präsident Herbert Hainer wegen ihrer Rolle im Eberl‑Vertragsfall kritisierte. Er erklärte, dass er zunächst überlegte, mit „Nein“ zu stimmen, und schließlich seine Stimme enthielt.
Interne Unruhe trotz öffentlicher Ruhe
Trotz der nach außen hin scheinenden Harmonie wirkt beim Rekordmeister FC Bayern derzeit keine Spur von dem früheren Sommer‑Theater. Nachdem die Nationalspieler in die dreiwöchige XXL‑Länderspielpause gegangen sind, haben die Verantwortlichen etwas Luft zum Durchatmen. Der öffentliche Fokus liegt momentan fast ausschließlich auf der deutschen Nationalelf und den ersten Spielen des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp.
Aus der Sicht der Öffentlichkeit scheint damit ein Idealzustand erreicht zu sein, doch Rummenigge warnt, dass der Schein trüge. Nach dem Interview wurde klar, dass die äußere Harmonie trüge. In einem Interview mit der Münchner Abendzeitung machte er deutlich, dass hinter der Fassade erhebliche Spannungen lauern.
Kritik an Hoeneß und Hainer im Eberl‑Fall
Rummenigge bestätigte, dass er als einziger Aufsichtsratsmitglied seine Stimme zur Vertragsverlängerung des Sportvorstands Max Eberl zurückgehalten habe. Er erklärte, dass er zunächst überlegte, mit „Nein“ zu stimmen, und schließlich seine Stimme enthielt.
„Ob ich bei der Verlängerung mit Max mit ‚Nein‘ stimmen soll“, sagte Rummenigge, während er über seine Abstimmung nachdachte.
Hoeneß hatte bereits Anfang August am Rande des Tegernsee‑Trainingslagers erklärt, Eberls Chancen auf 100 Prozent zu stehen. Zwei Wochen später äußerte er bei einer Veranstaltung der Bayern‑Basketballer: „Da habe ich genug Ärger gehabt intern mit meinen 100 Prozent.“
Rummenigge kritisierte, dass der Präsidialausschuss die Entscheidung bereits im Vorfeld quasi getroffen habe und sie erst bei der Sitzung den übrigen vier Mitgliedern übermittelt habe. „Das habe ich den Beteiligten aber auch mitgeteilt – ich bin ein Freund von offenem Visier“, betonte der 71‑jährige.
Folgen für den Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat des FC Bayern besteht neben Hoeneß und Hainer auch aus Vertretern der Anteilseigner Adidas, Audi und Allianz. Rummenigge kritisierte, dass die Entscheidung über Eberls Vertrag bereits im Vorfeld von dem Präsidialausschuss getroffen und nur noch den übrigen Mitgliedern präsentiert worden sei. Er betonte, dass ein solches Vorgehen die Transparenz untergrabe und das Vertrauen in die Aufsichtsratsarbeit beschädige.
Damit ist klar, dass Rummenigge, der über Jahrzehnte gemeinsam mit Hoeneß das Unternehmen des FC Bayern prägte, als einziger das Wort gegen den Klub‑Patron erheben kann. Sein Appell an unabhängige Entscheidungen und offene Kommunikation könnte künftig die interne Dynamik des Rekordmeisters beeinflussen. Ob dies zu einer Neubewertung künftiger Vertragsentscheidungen führt, bleibt abzuwarten.