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Bundesliga

Fans fordern kompromisslose 50+1‑Durchsetzung, Ausnahmen bleiben

🇩🇪 Von 4AllFootball ·
Fans fordern kompromisslose 50+1‑Durchsetzung, Ausnahmen bleiben

Fans vieler Vereine in Deutschland fordern mit Bannern und Spruchbändern den Fortbestand und die kompromisslose Durchsetzung der 50+1‑Regel. Beim Spiel des VfL Osnabrück gegen den VfL Wolfsburg zeigten die Osnabrücker Fans ein Banner mit der Aufschrift „Keine Abwrackprämie für Auslaufmodelle – 50+1 ausnahmslos umsetzen“. Sie wiederholten dieselbe Botschaft in ihrer Erklärung: „Keine Abwrackprämie für Auslaufmodelle – 50+1 ausnahmslos umsetzen“.

Fanaktionen bundesweit

Auf einem weiteren Spruchband der Osnabrücker lautete: „Keine Kompromisse mit VW, Bayer und RB – 50+1 durchsetzen“. Gleichartige Slogans wurden von Fangruppen mehrerer Teams in allen Ligen gezeigt, darunter Schalke 04, Hertha BSC, MSV Duisburg und 1860 München. Die MSV‑Fans wiederholten den Aufruf: „Keine Kompromisse mit VW, Bayer und RB – 50+1 durchsetzen“.

Das Bündnis „Fanszenen Deutschlands“ forderte am Freitag das Ende aller Ausnahmen und Umgehungsversuche und betonte, es gebe keinen Raum für faule Kompromisse mit VW, Bayer und Red Bull. Dieses Bündnis ist ein Zusammenschluss mehrerer, aber nicht aller Fanszenen deutscher Vereine. Auch Fanorganisationen von Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg schlossen sich an und verlangten in Stellungnahmen einen Verzicht auf Klagen der Mutterkonzerne Bayer AG und Volkswagen AG.

Beide Klubs betonten in ihren Reaktionen, die Anliegen der Fans ernst zu nehmen. Beim Spiel zwischen Wolfsburg und Osnabrück präsentierten die Werksfans ein Spruchband mit der Aufschrift „50+1 als Chance – VfL Wolfsburg, zurück zu deinen Wurzeln“. Darunter stand: „Wer gegen 50+1 klagt, riskiert alles“, mit Hinweis auf mögliche rechtliche Schritte der Volkswagen AG.

Reaktionen von Vereinen und Verbänden

Die „Fanszenen Deutschlands“ warnten bereits vor Protesten im Falle einer Klage und erklärten: „Mit uns ist nicht zu spaßen“. Das Bündnis spielte eine zentrale Rolle bei den Protesten gegen den gescheiterten Investorendeal der Bundesliga 2024. Fans des VfL Wolfsburg fordern ebenfalls die Durchsetzung von 50+1 in ihrem Klub.

Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg sind offiziell von der 50+1‑Regel ausgenommen und bilden damit den Kern der aktuellen Debatte. Das Bundeskartellamt bewertete die Regel grundsätzlich als mit europäischem Recht vereinbar, betonte jedoch, dass nur die Beseitigung der Ausnahmen ihre Zukunft sichern könne. Es forderte, dass bei Erhalt der Regel gleiche Rechte für alle gelten müssen.

Das Amt kritisierte zudem bei RB Leipzig eine fehlende Offenheit für stimmberechtigte Neumitglieder. Das Präsidium der Bundesliga hat sich mehrfach für den Fortbestand der Regel ausgesprochen, will jedoch strukturelle Änderungen in einem Kompromiss mit allen Klubs erreichen. Es warnt vor Schnellschüssen ohne Übergangsfristen, da diese zu Rechtsstreitigkeiten führen und die Regel gefährden könnten.

Das Präsidium plant, bis Mitte 2027 einen Reformvorschlag vorzulegen. Der Ligaverband der 36 Klubs aus Bundesliga und 2. Bundesliga teilte Anfang Oktober mit, im ersten Halbjahr 2027 einen Lösungsvorschlag zu erarbeiten. Im Dezember soll eine Mitgliederversammlung der 36 Klubs stattfinden, bei der das Präsidium sein Vorgehen zur Kompromisssuche abstimmen lässt.

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